Lieber Stefan, liebe Leser,
du sprichst an, dass eine dankbare und bewusste Geisteshaltung auch mit dem Friedensthema zusammenhängt. Ja, und mit dem Thema der Liebe und sicher noch mit einigen mehr. Es haben sich ja schon einige Themen hier im Forum ergeben und ich halte es für wertvoll, dass wir uns im Austausch zu einem spezifischen Inhalt bewegen. Mein Eindruck ist, dass wenn ich bei einem Thema in die Tiefe gehe, auch Verbindungen zu anderen Themen sichtbar werden. Und dass es eben genau die Asueinandersetzung, das Nachdenken, das Erweitern durch andere Meinungen braucht, um tiefer einzudringen. So können wir verschiedene Themen bearbeiten und mehr und mehr zu einer Empfindung oder so etwas wie einem seelischen Gesetz durchdringen. Und das kann, wie hier, die Beschäftigung mit dem Christus sein, mit den Evangelien, mit einer Religion, oder eben auch mit dem Frieden und der Liebesfähigkeit oder unserer Beziehung zum Essen und den Nahrungsmitteln.
Im Yoga spricht man davon, dass es ein Zeichen des entwickelten Herzchakras ist, wenn ein Fachgebiet so durchdrungen ist, dass ich es leicht verständlich für andere darlegen kann, selbst wenn sie mit der Materie nicht vertraut sind. Und dass letztendlich diese errungenen Erkenntnisse auch still über den Menschen ausstrahlen und friedensfördernd wirken.
Eine Frage noch, du meinst mit den ersten zwei Geboten die Gottesliebe und die Nächstenliebe? Das habe ich nicht ganz auf dem Schirm.
Zu Schmerz und Leid habe ich eine ähnliche Ansicht wie du. Sie können einem Wachstum dienen. Dostojewski hat das in seinen großen Werken immer wieder herausgearbeitet. Interessant ist, dass er, ich hatte es an anderer Stelle schon mal erwähnt, während seiner Gefangenschaft und seiner Zeit des Arbeitslagers in Sibirien 1849 – 1854 nur ein Neues Testament zum Lesen hatte, das er geschenkt bekommen hatte.
Mit herzlichem Gruß, Maria
