#9213
Maria
Administrator

    Lieber Stefan,

    ja, da sehe ich auch einen Zusammenhang. Ich gehe davon aus, die Dankbarkeit entsteht, wenn ich mir überhaupt erstmal bewusst mache, wie viele Kräfte an einer Pflanze gewirkt haben, einschließlich den Händen, der Pflege und den Gedanken der Menschen bis das Gericht auf dem Tisch steht. Und dieses Bewusstwerden, diese Beziehungsaufnahme und das Empfinden von Dankbarkeit bereichert dann auch den Vorgang des Essens.

    Jetzt ist spannend, wie du das machst, sich die Frage zu stellen, wie es in der Begegnung mit anderen Menschen ist. Ganz plastisch ausgedrückt, ich bereite sie ja nicht zu :), sondern da tritt mir eine Persönlichkeit, eine eigene Individualität entgegen. Da begegnet sich alles, was in mir und dem anderen schon vohanden ist oder noch werden will. Und dass da eine offene, raumschaffende Sphäre in der Begegnung sehr gute Möglichkeiten des Aufbaus, sogar eines gesundheitlichen Aufbaus eröffnet, davon gehe ich auch aus. Ich würde es so sagen, wir Menschen können uns in der Weise begegnen, dass wir uns anerkennen und einen Aufbau des anderen erstreben. Das ist es auch, was einen guten Arzt, einen guten Lehrer, aber im Grunde jede menschliche Begegnung ausmachen würde, dass wir uns durch eine grundsätzlich wertschätzende Haltung fördern. Ich habe es erlebt und auch viele andere haben mir schon gesagt, wie sehr eine bestimmte Person durch so eine Haltung sie im Leben weitergebracht und gefördert hat. Und da empfinde ich Dankbarkeit. Ich kann eine Pflanze erforschen, ich kann auch mit Interesse einen Menschen erforschen, ihn kennenlernen wollen. Und letzen Endes schafft das für alle einen Aufbau. So denke ich das. Ich glaube, dieses Thema ist unendlich erweiterbar, danke für deine Anregung, Stefan.

    herzlicher Gruß, Maria