#9192
Maria
Administrator

    Lieber Stefan, liebe Leser,

    die Beobachtung, dass eine Speise wirklich erst vollständig verwertet und aufgeschlossen werden kann, wenn ich einen Moment der Besinnung und ein Empfinden von Beziehung und Dankbarkeit allen gegenüber, die an dieser Nahrung gewirkt haben, einschließlich der Kräfte in der Natur und der Kräfte des Kosmos auspräge, das ist für mich tatsächlich auch zu einer ersten Erkenntnis herangereift. Es ist das Essen eine sehr schöne Tätigkeit. Und das besondere ist, mit so einer Haltung bin ich gar nicht Konsument im üblichen Sinne des Wortes, sondern nochmal ein Neuerschaffender. Und das liegt daran, dass ich in Beziehung trete und nicht achtlos und hastig hinunterschlinge. Es wäre sehr wertvoll, sich dieser Beziehung wieder bewusst zu werden.
    In übrigen würde ich es auch für sinnvoll und zukunftsorientiert halten, wenn an allen Schulen, nicht nur an Mittelschulen oder Berufsschulen, sondern auch an Realschulen und Gymnasien in Deutschland Kochen als Schulfach eingeführt würde. In Japan ist das, soviel ich weiß, eine Selbstverständlichkeit.

    Weil wir hier ja auch beim Forumsthema der Evangelien und des Christus sind, es finden sich in diesem Kontext viele Aussagen über die Nahrung. Z.B. dass wir Menschen wie ein Sauerteig wirken können, auch die wunderbare Brotvermehrung in der Bergpredigt kommt mir immer wieder in den Sinn. Ich habe nicht nur den Eindruck, dass materiell hier mehr Nahrungsmittel geschaffen wurden, sondern dass möglicherweise die Substanz der Speisen ungewöhnlich kräftigend war. Ich werde mir das Geschehen von der wunderbaren Brotvermehrung nochmal zu Gemüte führen.

    herzlichen Gruß, Maria