#9191
Maria
Administrator

    Lieber Stefan, liebe Leser,

    das ist schon gut beobachtet, wie du schreibst, es heißt in den Evangelien weder „Liebe dich selbst“, noch „Liebe deinen Nächsten“, sondern „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und auch deine Anregung sehe ich wertvoll, gedanklich die Seite zu wechseln und sich hineinzuversetzen, wie du dich fühlen würdest, wenn ein anderer dich so behandelt, wie du vorhast ihn zu behandeln. Ich würde sagen, das ist in einem gewissen Sinne eine Schulung. Und da dir die Entwicklung von Liebesfähigkeit eines der größten Anliegen ist – so habe ich dich bisher verstanden – wird diese Schulung oder dieses Sich-Hineinversetzen in einen Anderen ein Teil des eigenen Lebens. Darin liegt ein sehr großer Wert. Es kommt eine Ahnung, dass wir uns gar nicht ohne unsere Mitmenschen weiterentwickeln können, dass eine Selbstverwirklichung nur für mich allein nicht möglich ist.
    Deine Anmerkung zu egoistischem Handeln, das in deinen Augen darin liegt, die eigenen Ziele auf Kosten von anderen zu erreichen, stimme ich ganz zu. Auch da wird mir klar, dass ich etwas wie eine Besinnung und ein Nachdenken brauche, wo ich eventuell doch andere benutze. Sei es, dass ich sie binde, nicht freilasse, nicht an ihrer Entwicklung interessiert bin oder direkt benutze.

    herzlicher Gruß, Maria