- Dieses Thema hat 9 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 2 Wochen von
Stefan aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
-
24. Juni 2026 um 11:04 Uhr #8939
Maria
ForenverwalterDie „Selbstfürsorge“ ist seit einiger Zeit zu einem sehr populären Begriff geworden. Er hängt meines Erachtens auch mit der ebenfalls populären Formulierung zusammen „Zuerst muss es mir selbst gutgehen, dann kann ich auch etwas für andere tun.“ Wie seht ihr das? Kann Selbstfürsorge angebracht, kann sie auch übertrieben sein, seit wann gibt es dieses Phänomen und dieses Wort in unserer Gesellschaft?
-
29. Juni 2026 um 18:26 Uhr #9044
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
das Thema „Selbstfürsorge“ erinnert mich an „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“.
Sicher sollten wir uns in erster Linie um uns selber sorgen, meine ich, und wenn dann noch Kapazitäten frei sind, um andere.
Es ist aber auch so in meinem Erleben, dass das Sorgen um meine Mitmenschen mich auch wiederum beglückt, insofern können wir das gar nicht so trennen, denn dann haben wir die Situation, dass ich mich um mich kümmere, wenn ich für den Anderen da bin.
Es gibt ja auch den Ratschlag, dass wir das, was wir uns von anderen wünschen, erstmal anderen zukommen lassen sollen – und dann wird es sich auch bei uns einstellen bzw. löst sich dann der Wunsch oft damit schon auf..Es kommt auch darauf an, auf welche Ebene wir uns beziehen, finde ich, denn im Materiellen ist das ja vielleicht nicht immer für uns möglich, jedoch auf seelisch-geistiger Ebene.
Also z.B. wenn es um unser Gefühlsleben geht, dann bin ich der Ansicht, des es in den allermeisten Fällen allein in unserer Hand liegt (bzw. an unserem Denken), wie wir in einer Situation empfinden oder fühlen werden.
Da ist Selbstfürsorge unbedingt angebracht, finde ich, in dem Sinne, dass wir da volle Verantwortung für uns selbst übernehmen und nicht andere für unser Gefühlsleben verantwortlich machen.Klarer erscheint mir der Zusammenhang von einem achtsamen Umgang mit der Schöpfung und unserem eigenen Wohle.
Hier ist es glaube ich offensichtlich, dass wir uns selber schützen, wenn wir pfleglich mit der Natur umgehen.
Denn schließlich leben wir von ihr und durch sie, d.h. wenn wir sie schädigen, schaden wir uns selbst.Ein anderes Beispiel ist die Situation in einer Partnerschaft oder Freundschaft – da kann es leicht zu Unstimmigkeiten kommen, wenn die Verantwortung für unser Wohl an den Anderen abgegeben wird.
Die Ansicht, dass uns der Partner glücklich oder unglücklich machen kann, ist für mein Verständnis einer der größten Fallstricke – gerade zwischen Mann und Frau führt dies leider oft zu Verstimmungen jegliche Art.Letztlich geht es im Grunde immer um die Übernahme unserer Eigenverantwortung – je mehr wir die versuchen auszulagern, desto unzufriedener werden wir sein, denn dann sind wir in einem Abhängigkeitsverhältnis.
Mit lichten Grüßen
Stefan -
30. Juni 2026 um 20:46 Uhr #9056
Maria
ForenverwalterLieber Stefan, liebe Leser,
du greifst den Begriff der Selbstfürsorge sehr aktiv auf. In dem Sinne, dass wir verantwortlich für unser Leben sind und auch für unsere Gefühlszustände. Dass wir nicht unsere Mitmenschen dafür verantwortlich machen. Und du gehst das Thema von der Seite an, wie mein empathisches Zugehen und mein Sich-Kümmern um meine Mitmenschen gerade im umgekehrten Sinn schließlich die beste „Selbstfürsorge“ ist, weil diese Haltung aufbauend auf mich zurückwirkt. Das finde ich sehr interessante Überlegungen.
Ein anderes Gedankenspiel möchte ich machen, da du das Evangelienzitat „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ anführst. Ich habe mir einige homepages und Beratungsseiten zu dem Thema der Selbstfürsorge angesehen und da habe ich mehr den Eindruck, dass die Aussage umgedreht wird, ungefähr so, „Zuerst musst du dich selbst lieben und nur dann kannst du auch deinen Nächsten lieben.“ Und da frage ich mich, ist das wirklich so? Also du Stefan, siehst es ja gleich in einem tieferen Sinne, nämlich dass die Liebe zum Nächsten an erster Stelle steht und damit auch eine Liebe zu sich selbst gegeben ist.
Mein Eindruck, so wie ich die Aussage in unserer Zeit verstehe, ist, dass diese Selbstfürsorge nicht mehr so sehr in einem seelischen Sinn verstanden wird, sondern mehr in einem physischen Sinn. Also, ich muss mich um mich kümmern, und erst dann kann ich auch auf andere schauen. Wir hatten hier im Forum ja auch schon eingehender das Thema der Liebesfähigkeit beleuchtet und da kommt es mir so vor, dass es sich ähnlich verhält, wenn ich als erstes geliebt werden will und nicht selbst mit allen Fasern darum ringe, Liebesfähigkeit zu entwickeln, ein liebesfähiger Mensch zu werden.
Was mich doch immer wieder wundert, dass Psychologen oder andere Berater durchgängig und felsenfest behaupten, sich zuerst um sich selbst zu kümmern, sei ein Akt der Reife und sei in keinster Weise egoistisch. Ich glaube, in manchen Fällen mag es das auch sein, aber es sollte doch vielleicht nicht zu einem für alle verbindlichen Grundsatz erhoben werden. So dass Menschen, die sich um die Entwicklung und das Wohl anderer bemühen schon fast als unreif und selbstschädigend angesehen werden. Wenn das die Grundhaltung der Menschheit wäre, so meine Überlegung, dann wären viele große Taten, die dem Allgemeinwohl dienten und dienen, erst gar nicht in die Geburt gekommen. Von dem her spricht mir auch deine Ansicht, dass an oberster Stelle die Übernahme einer Eigenverantwortung steht, sehr aus dem Herzen.Liebe Grüße, Maria
-
Diese Antwort wurde vor 4 Monaten, 1 Woche von
Maria geändert.
-
Diese Antwort wurde vor 4 Monaten, 1 Woche von
-
6. Juli 2026 um 9:59 Uhr #9073
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
ja, ich glaube, da gilt es ganz genau hinzuschauen, aus welchen Beweggründen unser Tun entspringt.
Handeln wir aus dem reinen Intellekt heraus, gibt es wohl diese Entscheidung, ob ich für mich oder für andere etwas tue.
Wenn ich jedoch aus einem liebevollen Herzen heraus handel, gibt es diese Trennung im Grunde gar nicht mehr, denn dann haben wir die Situation, dass ich gleichzeitig für mich etwas tue, wenn ich für andere da bin.
Sicher sollte das jedoch so gestaltet werden, dass ich meine eigenen Dinge dabei nicht vernachlässige – und dann sind wir wieder bei unserem bekannten „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Sonst würde es einfach nur heißen „Liebe deinen Nächsten.“
Das Gebot der Liebe bedeutet für mich jedoch auch, dass ich mir in einer entsprechenden Situation überlege, wie ich mich fühlen würde, wenn ich vom anderen so behandelt werden würde, wie ich vor habe zu handeln, d.h. ich tausche gedanklich die Seite und spüre dann hinein, wie es für mich wäre.Ein egoistisches Handeln würde ich als solches bezeichnen, wenn ich meine eigenen Ziele auf Kosten anderer erreichen will.
Ansonsten würde ich eher von Selbstfürsorge sprechen.Herzliche Grüße
Stefan -
6. Juli 2026 um 22:15 Uhr #9191
Maria
ForenverwalterLieber Stefan, liebe Leser,
das ist schon gut beobachtet, wie du schreibst, es heißt in den Evangelien weder „Liebe dich selbst“, noch „Liebe deinen Nächsten“, sondern „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und auch deine Anregung sehe ich wertvoll, gedanklich die Seite zu wechseln und sich hineinzuversetzen, wie du dich fühlen würdest, wenn ein anderer dich so behandelt, wie du vorhast ihn zu behandeln. Ich würde sagen, das ist in einem gewissen Sinne eine Schulung. Und da dir die Entwicklung von Liebesfähigkeit eines der größten Anliegen ist – so habe ich dich bisher verstanden – wird diese Schulung oder dieses Sich-Hineinversetzen in einen Anderen ein Teil des eigenen Lebens. Darin liegt ein sehr großer Wert. Es kommt eine Ahnung, dass wir uns gar nicht ohne unsere Mitmenschen weiterentwickeln können, dass eine Selbstverwirklichung nur für mich allein nicht möglich ist.
Deine Anmerkung zu egoistischem Handeln, das in deinen Augen darin liegt, die eigenen Ziele auf Kosten von anderen zu erreichen, stimme ich ganz zu. Auch da wird mir klar, dass ich etwas wie eine Besinnung und ein Nachdenken brauche, wo ich eventuell doch andere benutze. Sei es, dass ich sie binde, nicht freilasse, nicht an ihrer Entwicklung interessiert bin oder direkt benutze.herzlicher Gruß, Maria
-
25. Oktober 2026 um 13:47 Uhr #9916
Stefan
TeilnehmerLiebe Leser,
aktuell höre ich gerade öfter mal den Gottfried Sumser (Ein Kurs in Wundern) – und auch wenn ich mit diesem Kurs teilweise nicht viel anfangen kann – wie du auch, liebe Maria, nehme ich diese Lektionen manchesmal als Impulsgeber her.
Neulich ging es da mal wieder um das Vergängliche und das Ewige.
Es kam die Aussage, dass ja der EWIGE nichts Vergängliches erschaffen könnte…insofern dies eben alles eine Illusion sei, was wir über unseren Körper erleben und wahrnehmen würden, und dass nur der Geist die Wirklichkeit wahrnehmen könnte.
Tja, also, da muss ich sagen, ist mir schon etwas seltsam zumute gewesen – dieser Gedankengang endet in der Sinn- und Verantwortungslosigkeit für alles Materielle, einschließlich unseres Körpers, finde ich.Es ist für mein Verständnis nicht die Frage, was vergänglich ist oder nicht, sondern vielmehr, an was ich mein Herz hänge.
Was ist bitte am Vergänglichen so schlimm?
Das ganze Universum ist vergänglich, in ständiger Bewegung und Veränderung, so wie alle Lebewesen – und wer bitte soll das dann alles erschaffen haben..?
Ist es nicht vielmehr so, dass es für uns als Mensch darum geht, das Ewige durch das Zeitliche durchscheinen zu lassen, ja den Körper – und letztlich alle Materie – dazu zu verwenden, um das Ewige (die Liebe) auszudrücken?
Und genau in diesem Tun liegt etwas Heiliges, finde ich!
Ausserdem liegt ja gerade in der Vergänglichkeit des Augenblickes etwas Schönes verborgen, nämlich eben die Einzigartigkeit dessen, etwas Unwiederbringliches, etwas, was diesen zu etwas ganz Besonderem macht!
Das merkt man gut, wenn wir etwas zu häufig tun, dann schwindet immer mehr die Intensität des Erlebens, die Schönheit und der Glanz, letztlich die Freude daran.Und noch ein Gedanke kam mir bzgl. des Egos, auf das ja in spirituellen Kreisen (bes. im Kurs) immer so eingschlagen wird.
Im Biologie-Unterricht hatte ich gelernt, dass gewisse Stoffwechsel-Vorgänge in der Natur nur im Dunkeln ablaufen können.
Da dachte ich mir, irgendwie schon interessant – wieso ist das wohl so eingerichtet?
Hat da die Natur etwa aus der Not eine Tugend gemacht?
Oder gibt es einfach Prozesse, die gar nicht so viel Licht vertragen würden, wie im Tageslicht vorhanden ist?
Soz. empfindlichere Abläufe, die nur mit weniger Energie zurechtkommen…?
Dazu muss man bemerken, dass ja Dunkelheit immer relativ ist und es eine völlige Abwesenheit von Licht meines Wissens gar nicht geben kann.
So wie man im Spirituellen auch davon ausgeht, das der GEIST (Gottes) eben alles durchdringt und dadurch überall present sein kann.Wie auch immer, ich bin weder ein Biologe noch ein Physiker, aber mir kam bzgl. Ego eben dazu der Gedanke, dass es ja so sein könnte, dass es deswegen in uns vorhanden ist (ich gehe immer davon aus, dass alles seinen Sinn und seine Aufgabe hat), damit es die Licht-Intensität regeln kann, d.h. es könnte praktisch als eine Art Filter für das Licht in uns fungieren?
Ganz nach dem Prinzip, nicht immer vollgas, sondern je nach Bedingungen und Situation wohl dosiert.
Denn es geht ja in der Liebe – so wie ich sie begreife – immer darum, eine Art Mitte bzw. eben genau das gerade Passende zu finden, einen Ausgleich zu erreichen – oder nicht?Wenn nun jemand zu viel im Ego unterwegs ist, wird er Mangel/Krankheit erleiden, weil zu wenig Licht fließen kann.
Aber vielleicht gibt es auch ein zu wenig, in dem Sinne, dass man sich dann ja dann selber vergisst und den Anderen dafür überhäuft, was beides nicht stimmig wäre.
Und da wären wir wieder bei dem schönen und bekannten „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“…In diesem Sinne einen gemütlichen und inspirativen Sonntag! 🙂
Mit lieben Grüßen
Stefan
-
-
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.
