Lieber Stefan,
zu den Worten Geist und Vergeistigung möchte ich mich nochmal ausdrücken. Du schreibst vom „Geist aufgeben“, ja, das sagte ich vor vielen Jahren mal zu einem Autobastler, ich sagte, ich würde mein Auto so lange fahren, bis es den Geist aufgibt. Und obwohl wir uns normalerweise nicht auf philosophischen Ebenen austauschten, reagierte er hier sehr eindeutig. „Ein Auto kann keinen Geist aufgeben.“ Er hat natürlich recht, er sah, man kann ein Auto immer wieder reparieren, es wieder funktionstüchtig machen, aber es hat eben keinen Geist.
Wie verstehen wir denn das Wort Geist? Mir fällt in Gesprächen auf, dass es im allgemeinen oft als unsere Verstand gesehen wird. Ich würde jedoch sagen, der Verstand ist der Verstand, der Geist ist aber eine unsterbliche Kraft, das, was auch nach dem Tod bleibt und es ist in unserem Leben meinem bisherigen Verständnis nach der Geist auch der Gedanke. Der Geist hat etwas mit dem unsterblichen Kern des Menschen zu tun und zwar innerhalb und auch außerhalb seines Körpers. In dem von mir sehr geschätzten Gedicht von Schiller „Die Worte des Glaubens“ beschreibt er seine Sicht zu Gott, Gedanke und Geist:
„Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke,
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke,
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.“
Wer mag, kann hier das ganze Gedicht lesen oder anhören https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.html
In einem deiner letzen Beiträge hast du auch angedeutet, dass uns z.B. ein Gedanke oder ein Empfindung zum Handeln anregen kann. Das sehe ich auch so.
Ebenso deine Ansicht, dass der Körper zu einem Werkzeug wird. Ich finde das sogar ein sehr wertvolles und in gewisser Weise auch künstlerisches Bild. So kann man sich dem annähern, wie der einzelne Mensch sich verwandelt, im tiefsten Sinne vergeistigt.
Zu dem was Rudolf Steiner über die Bedeutung der Liebe in der Welt geschrieben hat, ich habe es gerade nicht wortwörtlich zur Hand, jedoch es war schon in dem Sinne, dass es die Liebestaten sind, die uns Menschen und die Erde am Leben erhalten. Dass unser Unterbewusstsein zwar spürt, da erhalte ich nichts dafür, und deshalb Liebestaten nicht in großen Strömen von uns getätigt werden. Ein Mensch, der aber sehr tiefe Erkenntnisse hat, wird die Taten der Liebe für sehr wichtig erachten und sie auch tun, und in diesem Sinne, wie du schreibst, sie als Sinn und Pflicht seines Lebens sehen.
herzlicher Gruß, Maria
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Diese Antwort wurde vor 3 Wochen, 3 Tage von
Maria geändert.
