Lieber Jens,
herzlichen Dank für Deine Gedanken dazu!
Erkennen durch „Herzdenken“, ja, sehr schön formuliert!
Das mit dem Erkennen von gut und böse ist ja so eine Sache.
Seit Jahren bin ich bestrebt, genau diese Unterscheidung in mir zu löschen, genau um wieder in diese göttliche Harmonie (in den paradiesischen Zustand), von der Maria auch spricht, zu gelangen.
Denn sobald wir diese Wertung vornehmen, entstehen Ängste in uns…
Im Grunde können wir nicht sagen, was „gut“ und was „böse“ ist, da wir einen viel zu kleinen Blickwinkel der Geschehnisse haben.
Heute habe ich z.B. von einer Geschichte gehört, bei dem ein in den Wellen sehr talentiertes und erfolgreiches junges Mädchen auf Hawaii beim Surfen von einem Hai einen Arm abgebissen bekommen hat.
Sie hatte dank der Freunde, die ihren Arm geistesgegenwärtig abgebunden hatten, dass sie nicht verblutet, überlebt – und geht wieder in die Wellen…
Durch dieses dramatische Ereignis, wo wir nun sagen könnten, der Hai ist böse, ist dieses Mädchen jedoch in einen tiefen inneren Prozess gekommen, da ihr klar wurde, dass sich auf körperlicher Ebene sehr schnell sehr viel verändern, und dass das nicht alles im Leben sein kann…
Also könnten wir sagen, der Hai war eine „Hilfe Gottes“, damit sie diesen förderlichen Prozess früh in ihrem Leben hatte erleben können.
Im Grunde können wir vielleicht sagen, „Dies ist gut für…“ oder „Dies ist nicht so gut für…“, aber nie im Absoluten, da wir den Verlauf unseres Lebensweges und die Fügungen darauf, welche uns daran wachsen lassen, nie wissen können.
Gut und böse setzt ja ein Ziel voraus – wenn das übergeordnete Ziel im Leben jedoch unsere Entwicklung in unserer Liebesfähigkeit ist, dann kann uns alles diesbezüglich dienlich sein – und diese Unterscheidung löst sich damit auf.
Möglicherweise gilt es auch, diesen Zusamménhang zu erkennen..?
Sicher können wir davon ausgehen, dass alles das, was in Liebe geschieht, also auch die Sexualität, förderlich wirken mag.
Und, da bin ich ganz bei Steiner, ist es wohl des Menschen Aufgabe, alles Körperliche zu „vergeistigen“, sprich, alles ganz bewusst zu tun, was ich auch mit „Liebe“ in Verbindung bringen würde.
Wenn uns imnmer mehr bewusst wird, dass wir ja Geist sind und nicht der Körper, und dass wir damit ewiges Licht sind, „Gottes Ebenbild“, wie es so schön heißt, dann relativiert sich alles Weltliche bzw. Körperliche und wird nicht mehr soo wichtig für uns.
Damit fallen auch unsere Ängste weg, d.h. die Liebe, die wir ja von unserem Wesen her sind, kann wieder vollends zutage treten – und alles Weltliche durchfluten.
Und dann erst werden wir uns auch im Weltlichen/Körperlichen nicht mehr gehemmt oder als Opfer fühlen, sondern frei und lebendig, frei, um zu lieben.
Herzliche Grüße
Stefan
