Liebe Leser,
gerade habe ich mir die obigen Beiträge nochmal durchgelesen, da ist mir beim letzten Beitrag von Manfred etwas aufgefallen – er schreibt da, dass die sog. inspirierten Schriften seiner Ansicht nur Menschenwerk seien und außerdem über seinen „wirklichen Gott“:
„Es gibt eine göttliche Offenbarung – das ist seine Schöpfung.“
Da entsann ich mich, dass ich mal einen Ausspruch von Jesus irgendwo gelesen hatte (ich meine, es war im Essener Evangelium), der sinngemäß lautet:
Was sucht ihr den lebendigen Gott in toten Schriften, der lebendige Gott ist nur im Lebendigen zu finden, nämlich in seiner Schöpfung und nicht in toten Buchstaben, was nur Menschenwerk ist…
Finde ich interessant!
Maria, Du wirst Dich da wieder schwer tun, da ich eben leider nicht mehr die Quelle dazu weiß…
Trotzdem wollte ich es hier erwähnen, da es beim Durchlesen in meinem Geiste plötzlich zum Vorschein kam.
Aber eigentlich wollte ich zu etwas ganz anderem etwas schreiben…;-)
Neulich las ich einen Text, der anfing mit „Je suis“, was auf Französisch „Ich bin“ heißt.
Es war jedoch so nah zusammen geschrieben, dass ich es zuerst als ein Wort las: Jesuis.
Fällt euch was auf?
Da steckt Jesus drinnen…oder Jesu is(t).
Finde ich spannend!
Jetzt können wir das Ganze weiter spinnen und sagen: Jesus = Ich bin.
Und was sagt Jesus über sich selbst:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum VATER, denn durch mich!“
Schon erstaunlich, was?
Was ich mich nun gefragt habe, ist, was diese Aussage von ihm eigentlich bedeutet?
Gott sagt ja von sich selbst: „Ich bin, der ich bin (da)“
Und nun „Ich bin“ von Jesus – was ist also der Unterschied?
Wenn ich „Ich bin“ sage, dann kann es bedeuten:
Ich bin glücklich, ergriffen, offen, fröhlich, hungrig, müde, verärgert, traurig…
Es geht also um Seinszustände in uns, wie unser Empfinden gerade ist.
Und wenn ich dieses innere Empfinden nun wahrnehme, also als wahr nehme, dann ist das vielleicht der Weg und meine innere Wahrheit in diesem Augenblick – und der führt möglicherweie zum Leben…?
Und wenn wir dann noch einen Schritt weiter gehen und sagen, gut, ich mache das nicht nur bei mir, sondern möglichst auch bei meinem Mitmenschen bzw. allen Lebewesen, dann sind wir beim:
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“
oder der „Goldenen Regel“:
„Behandle den Anderen so, wie du selber gerne behandelt werden möchtest!“
Für mich mal ein ganz neuer Ansatz zum Verständnis dieser Worte von Jesus!
Was mir daran gefällt, ist, dass es so greifbar, selber erlebbar und nachvollziehbar für mich ist.
Es ist kein abstraktes theologisches oder philosophisches Modell, sondern in mir direkt erfahrbar.
Im Grunde sollte es das Selbstverständlichste von der Welt sein, dass wir auf unser Empfinden hören und entsprechend handeln, tun wir aber oft nicht…oder?
Es gibt dann oft irgendwelche Gründe, warum das nun gerade nicht geht – und schaden uns damit womöglich mehr als wir vermuten?
Was bedeutet denn „…zum VATER kommen…“?
Ich würde sagen, wir kommen zurück in die Einheit, in die Fülle, ins Leben, in die Glückselkigkeit und dadurch in den Frieden – in uns und dadurch mit allem.
Genau in die Zustände, wenn wir mit uns selber eins sind, also wenn wir unserem inneren Empfinden nachfolgen…
Und das „Ich bin, der ich bin“ bedeutet für mich, Gott ist einfach die Summe aller Möglichkeiten und kann sich in unzähligen Formen zeigen.
Eure Gedanken dazu würden mich sehr interessieren!
Mit lichten Grüßen
Stefan
