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Maria aktualisiert.
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3. August 2025 um 22:17 Uhr #7922
Maria
AdministratorLiebe Leser,
oft habe ich mich gefragt, gibt es eigentlich einen Film, ein Buch, in dem die Liebe in all ihren unterschiedlichen Facetten, nicht enthalten ist oder nicht sogar die treibende Kraft des Inhalts und der Geschichte ausmacht? Das Thema und der Begriff der Liebe ist anspruchsvoll, es soll aber dennoch nicht davon abhalten, auch die kleinen Nuancen der Liebe hier auszudrücken. So beginne ich es einmal mit einem heiteren Gedicht von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934), dessen im wahrsten Sinne gebeuteltes Leben ihn nicht von Humor und Schaffenskraft abhalten konnte. Dieser Dichter, der sich nach Aussage eines seiner Lehrer den Ruhm „eines Schulrüpels ersten Ranges“ erworben hatte, besticht durch seine klare Beobachtungsgabe des Alltags und seine ureigene und originelle poetische Wortfindung. Hier der Auftakt zu unserem Thema:)
Kürzeste Liebe
Blöde Bauern, die den biedern
Gruß der Bürger nicht erwidern,
Menschen, die mit halbem Nicken
Danken, ohne aufzublicken.
Prüde, scheue Frauen leise
Kinder, würdevolle Greise –Aber wenn an Dorf und Feld und
Wald vorbei dein Schnellzug braust,
Du aus deinem Wagen schaust:
Ja, dann stehen – stehn auch diese
Ganz dir zugewandt am Hange,
Vor dem Stalltor, auf der Wiese – .Und sie winken. Winken Lange.
Grüßen voll und grüßen frei
Dich und deine Fahrtgenossen.
Und die reinste Liebe wird vergossen
Im Vorbei. -
10. August 2025 um 14:16 Uhr #7962
Maria
AdministratorLiebe Leser,
bewegt und zum Weiterdenken gebracht hat mich im Bezug auf die Liebesfähigkeit des Menschen ein Büchlein von Rudolf Steiner mit dem Titel „Die Liebe und ihre Bedeutung in der Welt“ Ich zitiere daraus folgende Gedanken:
„Wir verstehen unter Karma dasjenige, was in dem Leben die Ursache ist und seine Wirkung im nächsten Leben hat. In dem Sinne von Ursache und Wirkung können wir als Menschen nicht recht von Liebe sprechen, nicht im Sinne von Liebestat und Ausgleich dafür, aber das hat nichts mit Liebe zu tun: Taten der Liebe sind solche Taten, die zunächst nicht ihren Ausgleich im nächsten Leben suchen.
Denken wir uns beispielsweise, daß wir arbeiten und dadurch verdienen. Das kann aber auch anders sein, nämlich so, dass wir arbeiten und keine Freude daran haben, weil wir nicht um Lohn arbeiten, sondern um Schulden zu zahlen. Wir können uns vorstellen, daß der Mensch schon verbraucht hat dasjenige, was er nun durch die Arbeit verdient. Lieber hätte er es, wenn er keine Schulden hätte, so aber muß er arbeiten zum Zahlen seiner Schulden. Dieses Beispiel wollen wir nun übertragen auf unsere allgemeine menschliche Handlung: Alles, was wir aus Liebe tun, stellt sich so heraus, daß wir damit Schulden bezahlen! Okkult gesehen bringt alles, was aus Liebe geschieht, keinen Lohn, sondern ist Ersatzleistung für bereits verbrauchtes Gut. Die einzigen Handlungen, von denen wir in der Zukunft nichts haben, sind diejenigen, die wir aus echter, wahrer Liebe tun. Man könnte erschrecken über diese Wahrheit. Zum Glück wissen die Menschen in ihrem Oberbewußtsein nichts davon. In ihrem Unterbewußtsein aber wissen es alle Menschen, darum tun sie so ungern Taten der Liebe. Das ist der Grund, warum so wenig Liebe in der Welt ist. Die Menschen fühlen instinktiv, daß sie von den Taten der Liebe für die Zukunft nichts haben für ihr Ich. Eine Seele muß schon weit vorgeschritten sein in ihrer Entwickelung, wenn sie Gefallen hat an Handlungen der Liebe, von denen sie selbst nichts hat. Der Impuls dazu ist nicht stark in der Menschheit; aber aus dem Okkultismus heraus kann man doch auch starke Impulse für Taten der Liebe gewinnen.
Wir haben für unseren Egoismus nichts von Taten der Liebe, aber die Welt hat davon um so mehr. Der Okkultismus sagt: Die Liebe ist für die Welt dasjenige, was die Sonne für das äußere Leben ist. Es würden keine Seelen mehr gedeihen können, wenn die Liebe weg wäre von der Welt. Die Liebe ist die moralische Sonne der Welt. Wäre es für einen Menschen, der Wohlgefallen, Interesse hat an dem Blumenwachstum einer Wiese, nicht absurd, wenn er wünschen würde, daß die Sonne verschwinde von der Welt? Ins Moralische übertragen heißt das: Man muß Interesse haben daran, daß eine gesunde Entwickelung sich durchringt in den Menschheitszusammenhängen. Weise ist es, wenn wir so viel Liebe wie möglich über die Erde ausgestreut haben. Einzig weise ist es, wenn wir dir Liebe fördern auf der Erde.“Wie schon gesagt, diese Gedanken bewegen mich sehr. Denn wir ringen hier im Forum ja um Fragen, warum es so wenig Liebe, so wenig Verständnis, so wenig wahre Friedensimpulse gibt, wo doch jeder Mensch sich danach sehnt. Diesen Gedanken Rudolf Steiners halte ich persönlich für wegweisend und nachdenkenswert.
Mit herzlichem Gruß, Maria
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23. Oktober 2025 um 18:42 Uhr #8240
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria,
diese Worte von Rudolf Steiner sind mir bekannt, da ich mich seit einiger Zeit mit einer Freundin treffe, die sehr steineraffin ist, um auch dieses Gedankengut einmal etwas näher kennenzulernen.
Für mich ist es jedoch so, dass ich Steiner da nicht ganz beipflichten kann.Ist es nicht so, dass liebevolle Gedanken und Taten uns sehr viel Freude schenken?
Das ist für mich der schönste und beste Lohn, den ich mir vorstellen kann.
Und aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung heraus, wächst somit die Liebe in uns, ja im gesammten Universum.
Das ist meine Erfahrung – deswegen bin ich immerzu bestrebt, in der Liebe zu bleiben, schon alleine deswegen, da ich eine direkte positive Wirkung dabei verspüre.Es mag schon sein, dass wir alte Dinge aufzulösen haben, meinetwegen auch von früheren Existenzen, aber spielt das eine Rolle?
Die Lebensqualität spielt für mich eine Rolle, nämlich das aktuelle Empfinden zu den Menschen und Dingen, zu allem, was lebt.
Und ist dies liebevoll, frohlocke ich innerlich und alles um mich herum wird sich zu meinem Wohle hin ergeben.
Dies habe ich derzeit wieder bei meinem Umzug erlebt – wie von Geisterhand hatte sich alles wunderbar gefügt.Schuld ist ja ein allgegenwärtiges Thema, aber in Bezug zur Liebe hätte ich es jetzt nicht unbedingt erwartet.
Haben wir wirklich Schulden beim Leben?
Wenn Gott nichts von uns erwartet (=LIEBE), dann gibt es keine Schuld(en).
Es gibt einfach nur Erfahrungen, die wir machen.Ursache und Wirkung bzw. Saat und Ernte sehe ich als Universalgesetz des Lebens, es ist unabdingbar gerecht, jedoch gibt es auch so etwas wie Gnade.
Und Gnade heißt für mich, wir bekommen eine gewisse Zeitspanne zur Besinnung oder ggf. zur Revidierung unserer Gedanken oder Taten zur Verfügung gestellt, bevor unsere Saat aufgeht.
Erst wenn wir diese nicht nutzen, kommt die entsprechende Ernte auf uns zu.
Aber wieso Schuld?
Ist es nicht so, dass wir im Leben einfach unsere Erfahrungen machen (sollen), um die Zusammenhänge erkennen zu können?
Da würde ich eher von „Schule“ sprechen, aber nicht von „Schuld“.Mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren!
Mit herzlichem Gruß
Stefan -
24. Oktober 2025 um 11:21 Uhr #8241
Jens
TeilnehmerHallo Stefan,
das ist glaube ich keine ganz einfache Passage von Rudolf Steiner. Ein paar Gedanken habe ich dazu.Ich habe hier einen grösseren Textausschnitt gefunden, der noch weitere Gedanken enthält: href=“https://www.waldorf-ideen-pool.de/Schule/uebergreifend/anthroposophie/kraefte-in-der-welt/die-liebe-und-ihre-bedeutung-fuer-die-welt#:~:text=Die%20Liebe%2C%20die%20sinnliche%2C%20ist,nichts%20Geistiges%20in%20der%20Entwickelung.“
Auf den ersten Blick würde ich sagen, Steiner versucht hier auf eine Liebe hinzuweisen, die ganz frei von Egoismus ist. Man kann ja leicht sagen, „das habe ich aus Liebe getan“, aber man kann sich auch selbst dabei betrügen, das wirst Du auch kennen. Das ist sicher eine Frage der persönlichen Reife. Ich glaube er spricht vor Theosophen und will vor allem eine spirituell verfeinerte Form von Egoismus ansprechen, die es ja immer gibt, und mit der er glaube ich bei den Theosophen auch zu kämpfen hatte. Man könnte sich ja in einer Extremform denken, „Wenn ich immer liebevoll bin, wird mir über das Karma Gesetz auch viel Lohn zufliessen.“ Vielleicht fühlt man sich darüber erhaben oder ist über solche Formen hinaus (ich nicht), aber Steiner spricht ja immer für alle Menschen. Er schreibt am Ende:
„Wer die Liebe so kennt, dass er weiß, Liebe ist da um Schulden zu zahlen und bringt keinen Vorteil für die Zukunft, der ist ein Christ. Das Begreifen der Natur der Liebe – heißt Christ sein! Durch bloße Theosophie mit «Karma» und «Reinkarnation» kann man ein großer Egoist werden, wenn man nicht hinzunimmt den Liebesimpuls, den Christus-Impuls; denn dann erst erreicht man das, was überbrückt den Egoismus der Theosophie.“
Vielleicht hilft es auch zu verstehen, dass Steiner eine Geisteswissenschaft begründen wollte und in der Spiritualität sehr genau Gedanken, Gefühl und Empfindungen beschreiben wollte, so in der Mathematik oder Naturwissenschaft versucht wird, Begriffe sehr genau zu prägen.
Würdest Du dem folgenden Satz zustimmen, oder ist das eine andere Form der Liebe, als die, die Du meinst? Ich finde er drückt auf sehr schöne, aber ungewöhnliche Art eine Liebe aus bzw. er erzeugt sogar einen Eindruck davon. Wenn man über Liebe spricht, dann ist ja sicher eine Schwierigkeit, dass jeder darunter alles mögliche verstehen kann. Hier drückt er gewissermassen aus, was genau er darunter versteht, im Unterschied zu einem Gefühl/Empfinden, das vielleicht jemand anders haben kann. Er erschafft direkt eine Liebesempfindung, so erleben ich das.
„Die Liebe ist für die Welt dasjenige, was die Sonne für das äußere Leben ist. Es würden keine Seelen mehr gedeihen können, wenn die Liebe weg wäre von der Welt. Die Liebe ist die moralische Sonne der Welt.“
Zu der Frage mit der Schuld kann ich gerade noch nicht so viel sagen, ich kannte den Gedanken so nicht. Ich denke nochmal nach.
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25. Oktober 2025 um 7:18 Uhr #8242
Maria
AdministratorLieber Stefan, lieber Jens,
zum Begriff der Schuld oder der Schulden wollte ich noch was anmerken. Vor einiger Zeit habe ich mich damit beschäftigt, da es tatsächlich ein Wort ist, das viel gebraucht wird und in gewisser Weise auch eine belastende Wirkung hat. Dabei fiel mir dann auf, auch als ich es etymologisch nachlas, dass es eine sehr neutrale Grundbedeutung hat, in dem Sinne von „sollen“. Schuld kommt von sollen. Eine Verpflichtung oder Leistung, die dem Menschen obliegt. Später wurde es dann im Bezug auf Geld, das jemand z. B. geliehen hat bezogen, also dass ich, wenn ich etwas leihe es ein natürliches Gesetz ist, dass ich das zurückgebe, ich soll das zurückgeben, das ist mein Soll. Im Althochdeutschen, einer Zeit zwischen 750 und 1050 wurde dem Begriff der Schuld durch den Einfluß der Kirche dann eine andere Bedeutung beigemessen, nämlich „Missetat, Vergehen, begangenes Unrecht und damit die Verpflichtung zur Buße“.
Ich finde, wenn ich bei dem Ursprungswort bleibe, der Schuld oder den Schulden im Sinne von „sollen“, im Sinne einer Verpflichtung und Verantwortung des Menschen, dann ist ein viel freieres Denken möglich, es ist wie eine Gesetzmäßigkeit, die in der Entwicklung des Menschen liegt. Es bewegt mich ja und euch wahrscheinlich auch die Frage, warum so wenig Liebe in der Welt ist, und mir erscheinen die Aussagen Steiners im Bezug auf diese Frage schlüssig. Ich werde das aber noch weiter bewegen, denn ihr habt noch neue Anregungen mit euren Beiträgen reingebracht.
Soweit mit besten Grüßen, Maria
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31. Oktober 2025 um 15:56 Uhr #8244
Maria
AdministratorLieber Leser,
lieber Stefan, zunächst beziehe ich mich auf dich. Du schreibst, dass liebevolle Gedanken und Taten uns sehr viel Freude schenken. Ich kann mir schon vorstellen, dass das der Fall sein kann. Dennoch, ich finde es nicht ganz leicht zu erkennen, worin wirklich eine liebevolle Handlung besteht. Die kann doch auch darin bestehen, dass einem Menschen vielleicht ein Wunsch nicht erfüllt wird, und darin, dass ich etwas nicht tue oder sage und auch das Schenken, wenn es nicht vollkommen uneigennützig ist, muss nicht immer eine Liebestat sein.So ist die Frage, was ist eine Liebestat? Macht sie den anderen und mich freier, fördert sie in der Entwicklung oder werde ich oder der andere nur im Äußeren „befriedigt“ oder in irgendeiner Weise beschenkt? Also, was ihr unter einer Liebestat und einem Gedanken der Liebe versteht, das wûrde mich sehr interessieren.
Dann schreibst du noch: „Wenn Gott nichts von uns erwartet, dann gibt es keine Schulden.“
Wo und wer ist Gott und welche Beweggründe führen dich zu dem Gedanken, dass er nichts von uns erwartet? Meine Weltsicht ist eher so, dass ich davon ausgehe, dass es eine Bedeutung hat, dass ich in dieses Leben getreten bin und in diesem auch wirksam werden will und weiter wachsen und lernen, z.B. die Liebesfähigkeit entwickeln. Und dass ich diese über eine sinngebende Aufgabe ausgestalten kann. Wie denkst du darüber?Und zu deinen Gedanken, Jens: Ich kann mir gut vorstellen, wie du schreibst, dass Steiner hier auf eine Liebe hinweisen will, die ganz frei von Egoismus ist. Und wie so eine Liebe sich zeigt, da muss ich erstmal Bilder und Taten finden. In den Evangelien finden sich immer wieder Beispiele dieser Liebe. Sie ist glaube ich nicht leicht in Worte zu fassen. Und dass es eben auch einen Egoismus im sprituellen Streben gibt. Dass Steiner differenziert so schwierige Themenbereiche beschreibt und die Worte dafür findet, das schätze ich persönlich sehr.
Was ist eine Liebestat? Das würde ich gern weiterbewegen. Und es bleibt auch immer noch die Frage offen, warum es denn so wenig Liebe auf der Welt gibt?Liebe Grüße, Maria
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14. November 2025 um 10:18 Uhr #8246
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, lieber Jens,
die Frage, wie man eine Liebestat als solche erkennen kann, ist natürlich sehr wesentlich bei diesem Thema.
Und ein anderer kann es nicht unbedingt erkennen, weil er die Beweggründe des Handelnden nicht wirklich wissen kann, ausser er/sie spürt es in seinem/ihrem Herzen, da gleiche/ähnliche Energieschwingungen in Resonanz miteinander gehen.
Insofern spüren wir dies eben auch selber und wissen im Grunde genau, ob wir etwas absichtslos bzw. aus der Freude zum Anderen tun oder aus Berechnung, damit wir möglicherweise einen Vorteil daraus erzielen können, was Manipulation bedeutet.In den Satz von Steiner:
“Die Liebe ist für die Welt dasjenige, was die Sonne für das äußere Leben ist. Es würden keine Seelen mehr gedeihen können, wenn die Liebe weg wäre von der Welt. Die Liebe ist die moralische Sonne der Welt.”
kann ich voll miteinstimmen.
Ohne Liebe kann nichts leben oder gedeihen, denn sie ist ja die Universalkraft des Lebens selbst.
Im Grunde würde ich sagen, es existiert ja gar nichts anderes, denn wenn ich davon ausgehe, dass „GOTT“ (oder wie man auch immer diese allumfassende und alles durchdringende Kraft nennen möchte) „Liebe“ ist, wo soll dann noch etwas anderes sein?Die Frage, warum dann in der Welt überhaupt so viel Unfriede, Schmerz, Krnakheit und Krieg sein kann, wenn es doch nur „Liebe“ gibt, ist ganz einfach zu beantworten – weil so viele Menschen daran glauben, dass es auch „Nicht-Liebe“ geben kann (freier Wille, wir sind freie Geistwesen).
Mit diesem Gedanken, der ja „nur“ in unserem Denken existiert, lösen wir Verhältnisse aus, die uns aufzeigen, an was wir da glauben.
Es ist wie in einer Art „Sandbox“ am PC, es läuft ein Programm ab, welches mit dem eigentlichen System des PC gar nichts zu tun hat, also getrennt von ihm arbeitet, um mögliche Schäden am System zu vermeiden, ist also eine Art Test- oder Probe-Raum für Programme, die man nicht kennt und nicht weiß, was sie verursachen können.
In etwa so können wir uns das vorstellen.
Es ist eine Scheinwelt, die natürlicherweise gar nicht existiert, die wir aber mittels unserer Gedankenkraft erschaffen können.Und darum bin ich auch der Ansicht, dass wir die Liebe nicht erst erlernen, sondern uns „nur“ an sie erinnern brauchen, denn sie ist der natürliche Zustand von uns selbst, ja eben von allem.
D.h., wir leben immerzu in der Fülle (und sind uns dessen einfach nicht bewusst), was bedeutet, es ist keine Angst (= Mangelbewusstsein durch Trennungsgedanken) vorhanden, und wir haben einen freien Willen, d.h. wir haben immer die Wahl zwischen „Liebe“ oder „Nicht-Liebe“ (Freiheit sehe ich als Grundlage von Liebe).
Insofern „muss“ hier nach meiner Ansicht niemand etwas, das würde ja dem Grundprinzip der Liebe selbst widersprechen.
Wir haben jedoch die freie Wahl, sie zu leben – den Unterschied werden wir deutlich wahrnehmen, denn somit wird sich Freude, (scheinbar grundloses) Glück, Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Friede, also diese göttliche Fülle immer mehr in unser Leben und unserem Umfeld einstellen, auf allen Ebenen.Die Natur kann nur „lieben“, sie folgt unabdingbar diesen Gesetzmäßigkeiten – warum?
Damit eine feste Grundlage für andere Lebewesen geschaffen werden kann, die ja von irgendetwas leben müssen.
Gäbe es dort einen freien Willen, wäre möglicherweise die Grundlage irgendwann weg.
Aber bereits Tiere haben eine Entscheidungmöglichkeit – und wir Menschen um so mehr.
Damit wächst aber auch die Verantwortung für uns selbst wie auch für die gesamte Schöpfung.
Das Ergebnis können wir auf Erden erkennen – es zeigt an, in welchem Maße wir zur Liebe fähig sind.
Insofern geht der Weg einer Veränderung in der Welt immer über uns selbst, eben über unsere Liebesfähigkeit.Herzliche Grüße
Stefan
P.S.: Noch eine Frage an Maria – vor etwa zwei Jahren habe ich eine kleine Schrift (20 Seiten) „Über die Liebe“ verfasst – auf Wunsch könnte ich diese hier einstellen…?
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15. November 2025 um 15:20 Uhr #8248
Maria
AdministratorLieber Stefan,
deine Schrift „Über die Liebe“ kannst du gern hier veröffentlichen. Mich und mögliche andere Leser interessiert das schon, wenn du dich auf so intensive Weise mit einem Thema befasst. Genau das ist ja auch der Sinn des Forums, dass wir Gedanken von anderen kennenlernen und über sie nachdenken.
Zu deiner Ausführung im letzten Beitrag noch eine Anmerkung: Du schreibst in dem Sinne, dass wir die Scheinwelt der Nicht-Liebe durch Gedanken erschaffen. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Könnte es nicht auch sein, dass wir diese gesamten Ausdrucksweisen der Nicht-Liebe eben deshalb zulassen, weil sie aus unserem Organischen und Triebhaften, Gemütswallungen, Begehren etc. – was ja auch zum Leben gehört – aufsteigen und wir diesen Impulsen keine Richtung geben? Sogar denkend, überblickend, objektiv betrachtend? Dass wir diese anders führen könnten, wenn wir es in solch einem Moment schaffen, z.B. in einer starken Emotion oder aufwallenden Aggression, einen Schritt zurückzutreten und uns, geleitet aus einem Gedanken, nicht verleiten lassen, den Zorn oder was immer auch, auszuleben. Das ist meine Überlegung. U.a. führt mich auch das Lesen in Werken von Dostojewski zu so einer Überlegung, denn er beschreibt in faszinierendem Maße alle Regungen des Menschseins, man könnte sagen, „astrale Wogen“, alle Begehrlichkeiten, allen Zorn und alle Leidenschaft und dann wieder das Ringen um ein aufrichtiges und wahres, edleres Leben. Ich finde, er hat darin eine Meisterschaft entwickelt. Soweit erstmal, mit herzlichem Gruß, Maria
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16. November 2025 um 22:03 Uhr #8313
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria,
interessante und durchaus berechtigte Gedanken, die du da anführst!
Also, so wie ich das erfasse, ist es so, dass dieses Triebhafte oder auch ein Begehren oder eine starke Emotion wie Ärger oder Wut nur dann auftreten, wenn wir irgendwo Trennungsgedanken in uns tragen.
D.h. wir glauben z.B., dass uns nur dies und jenes wirklich erfüllen kann und dann entwickeln wir ein Begehren diesbezüglich.
Oder wir glauben, dass wir unseren Trieben willenlos ausgeliefert seien oder sehen sie als völlig natürlich an oder können unseren Wunsch nach Intimität und Sexualität nicht ausleben etc., dann werden wir triebhaft sein.
Je mehr wir aber „durchgeistigt“ werden, also den Geist der absichtslosen und bedingungslosen Liebe in uns tragen, desto mehr werden wir die Wahrheit für uns erkennen, d.h. die Zusammenhänge des Lebens.
Und die Wahrheit wird uns frei machen – und damit landen wir automatisch in der Fülle des Lebens.
Und wer in der Fülle lebt, der weilt in Frieden, da gibt es diese Art von Regungen nicht.
Das ist meine Erfahrung.
D.h. jetzt nicht, dass ich dies in jedem Augenblick verwirklichen könnte, aber ich strebe auf dieses, möglicherweise ideelle Ziel immer mehr hin und beobachte eben diese Entwicklung bei mir selber.Ein kleines Beispiel dazu.
Es gab eine Zeit, da war ich ziemlich triebhaft und wollte oft schnellstmöglich mit einer Frau ins Bett (-> Trennungsgedanken von w/m).
Dann schickte mir das Leben eine Frau ins Haus (sie brauchte eine Bleibe und ich hatte Platz), die partout nicht mit mir geschlechtlich intim werden wollte, obwohl wir uns sehr mochten, geistig tief austauschten, uns gegenseitig massierten und sogar ab und zu nackt miteinander im Bett kuschelten.
Es war für mich zum haareausraufen, aber sie blieb standhaft, da ich angeblich nicht ihr Seelenpartner war und sie nur mit diesem intim werden wollte.
Hm, also was tun?
Irgendwie wollte ja meine sexuelle Energie zu ihr fließen…aber wie?
Sie spürte meine Not und half mir, indem sie mir einige Möglichkeiten aufzeigte, z.B. kemmte ich ihr lange liebevoll und mit Hingabe ihre Haare oder ich massierte sie oder nahm sie einfach in meine Arme, kochte für sie, seifte sie in der Dusche ein, wusch ihr die Haare etc.
Mit der Zeit spürte ich eine Wandlung meines Wollens und Empfindens für sie, meine Achtung vor ihr wuchs genauso wie meine Demut vor der weiblichen Kraft und Energie generell.
Ich begriff, was im Grunde hinter dem sexuellen Trieb stand: der tiefe Wunsch nach Vereinigung (von weiblich und männlich), gerade auch in mir selber, die Sehnsucht nach dem Glücksempinden, welches im Ausgleich und der Erlangung von Harmonie zu finden ist, letztlich nach Frieden in mir…
Als ich dies erkannte, änderte sich mein Umgang und mein Empfinden für die Frau/das Weibliche grundlegend – und das Triebhafte verschwand immer mehr.
An dessen Stelle trat die Liebe: die Achtung meines weiblichen Teils/des Weiblichen, das Bewusstsein von einem Ausgleich zwischen weiblich und männlich, die Erkenntnis, dass Leben sich nur dann gesund und erfüllend (in mir) entwickeln kann, wenn beide Kräfte grundsätzlich als gleichwertig betrachtet werden etc.Wie bei allen Erscheinungen unseres Wollens, gilt es auch gerade hierbei genau hinzusehen, was das eigentliche, ursprüngliche Bedürfnis ist?
Und je mehr wir an dessen Wurzeln ansetzen, desto grundlegender wird die Wandlung in unserem Empfinden und Handeln werden.
Es nützt nichts, zu sagen oder oberflächlich zu wollen, dass ich dies oder jenes nicht mehr tun möchte, das wird nicht funktionieren, die Kräfte werden sich andere Kanäle suchen, wenn wir uns etwas selbst verbieten, denn die Energie möchte immerzu fließen.
Wir müssen die Ursache finden und dort ansetzen, dann ändert sich unser Verhalten automatisch.
Ganz nach dem Motto: „Möchtest du einen Menschen dazu bringen, ein Boot zu bauen, wecke ihn ihm die Sehnsucht nach dem Meer…“
Genauso könnte man sagen: „Möchtest du deine Unzufriedenheit beseitigen, wecke in dir die Sehnsucht nach der Liebe…“Es kommt ja immer darauf an, was wir möchten – wenn wir zornig, aufbrausend, ungerecht, emotional etc. sein wollen, können wir das natürlich, es steht uns frei, jedoch werden wir mit den Folgen leben müssen (-> Saat und Ernte).
Wenn wir das jedoch nicht möchten, weil wir spüren, dass uns das nicht gut tut, dann gibt es eben Alternativen.Lichte Grüße
StefanP.S.: Bezüglich Einstellen meiner Gedanken über die Liebe – hier der Link dazu:
Über die Liebe -
27. November 2025 um 21:42 Uhr #8339
Maria
AdministratorLieber Stefan,
nun will ich eine erste Rückmeldung geben zu deinen Gedanken und deinem Schreiben „Über die Liebe“. Gefreut hat mich, dass du gleich mit dem „Hohelied der Liebe“ aus den Paulusbriefen beginnst. Das sind sicher tiefe Meditationsworte „…. hättest du aber die Liebe nicht, dann wäre es nichts.“ Auch sonst viele wertvolle Gedanken, ich muss das aber noch detaillierter ansehen.
Eine kritische Anmerkung meinerseits: Den Kurs in Wundern, den du auch erwähnst, sehe ich aus drei Gründen kritisch. Einmal – wir hatten eine ähnliche Diskussion schon einmal – weil Helen Schucmann ein Medium ist und ich doch immer gern wissen möchte, woher so eine Botschaft kommt. Medien sprechen nicht immer unbedingt aus, was wahr oder erkenntnisfôrdernd ist. Ich habe nun ein paar Aspekte zu diesem Kurs nachgelesen und ich kann z. B. nichts damit anfangen, wenn ich mir den Gedanken vorhalten soll „Meine Gedanken sind nichts“ oder „Dieser Tisch bedeutet nichts.“ Also, der Punkt mit dem Medium, das durchlässig ist für Botschaften, aber man weiss nicht von wem. Dann solche Worte oder solche Übungsaufforderungen, die ich nicht für logisch und stimmig halte und der dritte Aspekt, der mich diesem Übungsansatz nicht so positiv gegenüber stimmt ist der, dass die Personen, denen ich begegnet bin und die sagten,sie folgten dem Kurs in Wundern, meist sich für überlegen hielten und sich dementsprechend verhielten. Wohin führt es Menschen, wenn sie sich Tag für Tag in solche Wortformeln hineingeben? Also, der Kurs in Wundern ist einfach nicht mein Fall und mein Ansatz.
Gerade die Gedanken interessieren mich ja sehr. Im Hohelied leben Gedanken der Erkenntnis und Liebe. Und jeder Gedanke, den ein Mensch denkt, bedeutet etwas. Eine andere Frage ist natürlich, inwieweit sich in unser Denken oft Wünsche und Begehrlichkeiten oder Zwänge hineinmischen und ich somit den Gedanken nicht in seiner Freiheit lasse. Auch kein leichtes Thema.
Jedenfalls finde ich es beachtlich, wie intensiv du dir Gedanken zu dem Thema der Liebe gemacht hast und auch Unterscheidungen zu den verschiedenen Formen der Liebe getroffen hast. Ich schreibe dir sicher nochmal dazu.Liebe Grüsse, Maria
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26. Januar 2026 um 18:22 Uhr #8628
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria,
Bezug nehmend auf deine Anmerkung, was den „Kurs“ anbelangt – da ich in den letzten Wochen immer mal wieder die Tageslektionen von Gottfried Sumser über den „Kurs in Wundern“ angehört habe, hier eine kleine Stellungname dazu.
Der Kernaussage des Kurses, „Nichts Wirkliches kann bedroht werden, nichts Unwirkliches existiert, hierin liegt der Friede Gottes.“, kann ich voll und ganz zustimmen – darum habe ich ihn auch in meiner Schrift „Über die Liebe“ erwähnt.
Es bedeutet ja, dass unser eigentliches, „göttliches“ Selbst, welches Licht ist, nicht bedroht, angegriffen, verletzt oder getötet werden kann.
Dies ist ja eine sehr erbauliche Aussage, finde ich, und so nehme ich mein eigenes Selbst auch wahr – es steht „über den weltlichen Dingen“.
Und genau deswegen kann da auch Friede herrschen, egal, was im Weltlichen geschieht.
Es ist das, wo Jesus sagt: „Seid in dieser Welt, aber seid kein Teil von dieser Welt!“ – da wir von unserem Ur-Wesen her Liebe/Licht/Glückseligkeit sind, ein Ebenbild Gottes, ein Wassertropfen im Meer…
Der Wassertropfen kann nicht sterben, er kann sich höchstens für eine Zeit umwandeln, z.B. in Wasserdampf, dann kondensiert er wieder und ist erneut Wasser.
Ein schönes Bild, finde ich, zeigt es uns doch die Unvergänglichkeit von unserem Selbst, ja des Lebens an sich auf.Was die Tages-Lektionen und deren Aussagen angeht, bin ich da auch nicht immer so begeistert und gehe nicht mit allem konform, da geht es mir so wie dir, liebe Maria, was du auch oben als Beispiele nennst.
Auch die Begrifflichkeiten, wenn z.B. von „Illusion“ die Rede ist, finde ich missverständlich, denn ich verstehe unter einer Illusion etwas, das nicht da ist, was ich mir jedoch einbilde.
So wie ich diese Aussagen im Kurs verstehe, wird es jedoch in dem Sinne verwendet, dass wir nur immer einen kleinen Ausschnitt vom Ganzen sehen und nicht das Ganze (= die Sicht des „Heiligen Geistes“ oder der „Liebe“).
Klar kann man da auch von einer „Illusionswelt“ sprechen, da sie anders ist, als wir sie vielleicht verengt wahrnehmen, dennoch würde ich diese Formulierung als nicht besonders glücklich bezeichnen.Meine Mutter liest den Kurs seit Jahren, und wir hatten da bereits öfters so unsere Diskussionen darüber, da sie oft irgendwann sagte, „…ist ja eh alles Illusion, also brauche ich mich nicht darum zu sorgen…“
Dies ist eine Anschauung oder Auslegung, welche am Kern des Ganzen völlig vorbei zielt, meine ich, denn es geht ja nicht um die Leugnung des Weltlichen, sondern vielmehr um die Annahme dessen in dem Sinne, dass uns bewusst ist, dass es nicht das Einzige ist, was existiert – und dass wir diese Welt mit unserer Liebesfähigkeit erfüllen können, dürfen, „sollen“…
Wenn das Weltliche als „Illusion“ abgewertet wird, was angeblich nur durch unsere Gedanken erschaffen wird und eigentlich gar nicht existiert, führt das direkt in eine Depression, würde ich sagen, denn dann macht nichts mehr Sinn, egal, was ich tue.
Dann macht selbst „Liebe“ keinen Sinn, da sie ja in nichts mehr einfließen kann.
Außerdem werden die Begriffe „Ego“ und „Körper“ vermischt und oft identisch gebraucht, so scheint mir, was in meinen Augen ebenfalls absurd ist.
Der Körper ist für mich ein großes Geschenk, ein Gefäß, welches mir dieses Leben in der Form als Mensch erst ermöglicht, der mir diese Erfahrungen möglich macht, um überhaupt erst erkennen zu können, was LEBEN/LIEBEN bedeutet.Man muss also schon sehr genau hinsehen, wenn man da nicht in die Irre geleitet werden will, meine ich, da gibt es einfachere, umissverständlicherer Literatur zu diesem Thema.
Mit lichten Grüßen
Stefan -
28. Januar 2026 um 22:28 Uhr #8630
Maria
AdministratorLieber Stefan,
du hast da schon etwas differenziert herausgearbeitet, worin du eine Art Unstimmigkeit im „Kurs in Wundern“ siehst. Deine Überlegungen, dass wir Menschen unweigerlich in eine Depression fallen müssten, würden wir das Weltliche als Illusion abwerten, sind für mich sehr nachvollziehbar.Was ich dir in dem Zusammenhang mitteilen möchte ist, dass ich in Gedanken und Vorgehensweisen immer eine Art Logik suche. Ich nehme einmal den Satz, den du als Kernsatz des Kurses in Wundern siehst “Nichts Wirkliches kann bedroht werden, nichts Unwirkliches existiert, hierin liegt der Friede Gottes.”
Wenn ich nun nachdenke, was damit gemeint ist „Nichts Unwirkliches existiert“, dann würde ich es so auffassen, dass die konkreten Dinge dieser Welt eben „wirklich“ sind. Nehme ich dann die Übungsformel aus dem Kurs, die ich im letzten Beitrag geschrieben habe „Dieser Tisch bedeutet nichts“, dann gehen diese Aussagen für mich nicht zusammen. Ich erlebe es so, dass ein derartiges Üben mit einem solchen Satz oder Mantra in mir ein Gefühl der Unstimmigkeit und Ungeordnetheit hervorbringt. Ich erkenne und erlebe darin keine Logik.Wenn ich einmal beim Beispiel des Tisches bleibe. Was ist ein Tisch? Er ist ein in die Manifestation gebrachter Gegenstand eines menschlichen Gedankens. Es hat sich jemand einen Tisch vorgestellt, das Holz gewählt und zugeschnitten und schließlich mit einiger Handwerkskunst einen ansehnlichen und brauchbaren Tisch geschreinert. Ein Gedanke hat sich über die Vorstellungskraft und handwerkliche Geschicklichkeit eines Menschen realisiert. Betrachte ich also einen Tisch, dann betrachte ich tieferliegend auch den Gedanken und die Vorstellungskraft seines Schöpfers. Deshalb ist der Tisch nicht nur dieser äußerlich sichtbare Gebrauchsgegenstand, er ist aus Holz, aber nicht tot, es liegt ihm eine Idee zugrunde. Er wird einmal vergehen, vielleicht aber sogar mehrere Menschenleben überdauern. Er ist dennoch Ausdruck der Schöpferkraft des Menschen und deshalb ist es in meinen Augen nicht logisch zu sagen, er bedeute nichts.
So wäre für mich die konkrete Betrachtung eines Tisches und seiner Gestaltung, vielleicht sogar eine Erforschung des Begriffes „Tisch“ und seiner Etymologie durchaus eine Möglichkeit einer bewusstseinsvertiefenden Übungsweise, eine Annäherung an eine objektbezogene Meditation.
Generell liegen wir im vorliegenden Fall des Kurses in Wundern in einer Auseinandersetzung, die das Wesen des Medialen betrifft. Denn dieser Kurs wurde durch ein Medium und seine Botschaft in die Welt gebracht. Was ist ein Medium? Ist das, was ein Medium sagt, wahr oder nicht wahr? Gibt es unterschiedliche Medien?
Ich habe im Laufe meiner Beschäftigung mit esoterischen Themen einige in meinen Augen schon recht sonderbare Äußerungen gehört. Da gibt es beispielsweise eine Frau, die in Videos behauptet, sie sei eine Heilerin, die sich nicht mit Michael oder einem sonstigen Erzengel verbindet, sondern sich gleich mit Gott verbindet. Und die dir anbietet, dass sie dich aus der Ferne gegen Bezahlung heilt, du müsstest nur auf deinem Sofa liegen und ihr vertrauen. Sie bezeichnet sich als Heilerin und Medium. Ich würde eher sagen, da stimmt etwas mit der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung der Mitmenschen nicht und sie schafft sich eine illusionäre Welt. Hier tatsächlich in dem Sinne, wie du das in deinem Beitrag schilderst.
Kurz zusammengefasst bin ich der Ansicht, dass den Menschen das stärkt, was er sich durch bewusste Anschauung und Forschung erringt und weniger das, wo hinein er sich durch Herabdämpfen seines Bewusstseins und tranceartige Zustände begibt. Das Thema des Mediums ist aber umfassend und ich möchte darauf in einem anderen Beitrag nochmal zurückkommen.
Soweit herzliche Grüße, Maria
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30. Januar 2026 um 20:31 Uhr #8631
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser
soweit ich diesen „Hauptsatz“ des Kurses erfasse, ist mit dem „Unwirklichen“ unsere Vorstellungswelt gemeint und nicht etwa ein Tisch, also eher, was wir möglicherweise in den Tisch hinein interpretieren.
Es geht darin immerzu um unsere Geisteshaltung, denn diese ist eine Art „Illusionswelt“, welche oft genug gar nicht reell existiert, es sind nur unsere Vorstellungen von etwas.
Nehmen wir ein Beispiel – wenn jemand in die Psychiatrie als verwirrt eingeliefert wird, wird ihm/ihr alles in diesem Sinne ausgelegt werden.
Diese Person kann sagen und tun, was sie will, die Ärzte werden es ihr immer in dem Sinne auslegen, dass sie sich in ihrer Vorstellung der geistigen Verwirrtheit bestätigt fühlen.Genauso stellen wir uns im Alltag Dinge vor, wie wir meinen, dass sie sind, und nehmen sie dann auch für uns so wahr – ein anderer denkt sich etwas anderes und nimmt völlig etwas anderes in der Situation wahr.
Das ist diese Illusionswelt, von der immer die Rede ist, meine ich – und damit kann ich auch konform gehen, denn es existiert ja nur als Gedanke in einem Gehirn, jedoch nicht „wirklich“.
Eine „objektive Wahrheit“ ist für einen Menschen im Grunde unmöglich zu erfassen, da wir überhaupt nicht alle Informationen in einer Situation zur Verfügung haben können – außer wir sind in der Schwingung der Liebe, dann ist es für uns möglich.
Und das „Wirkliche“, das nicht bedroht werden kann, ist eben dieses Liebes-Licht, das, was wir im Eigentlichen sind, Geist vom All-Geist, Licht vom Lichte oder ein Tropfen im Meer…
Wenn wir dies einmal für uns erkannt haben, dann wird sich ein tiefgehender Friede in uns ausbreiten – denn wovor noch Angst haben?
Und da sind wir wieder bei dem Worte Jesu, der da so schön spricht:„In der Welt habt ihr Angst, ich aber habe die Welt überwunden!“
Er hatte die Angst überwunden, weil er um sein wahres, unvergängliches Wesen wußte – darum konnte er sich auch ans Kreuz nageln lassen und hatte noch Erbarmen mit seinen Peinigern.
Angenehm war es für ihn bestimmt trotzdem nicht, denn die körperlichen Schmerzen mußte er ja dennoch erleiden.
Viel tiefer aber schmerzte ihn wohl der Stolz und die Uneinsichtigkeit derer, die dafür Verantwortlich waren, kann ich mir vorstellen.Deine Beschreibung über den Tisch als etwas, das durch die Schöpferkraft eines Menschen entstehen kann, finde ich sehr schön dargestellt.
Ja, und in diesem Sinne gibt es für mich auch nichts „Gewöhnliches“ im Leben, denn alles, was wir täglich nutzen, ist irgendwann einmal durch irgend eine geistige Schöpfung eines Menschen entstanden – oft auch von der Natur abgeleitet, also aus der Schöpfung des LEBENS selbst.Z.B. habe ich mir seit einiger Zeit angewöhnt, bevor ich esse daran zu denken, dass hierbei viele Menschen daran beteiligt waren, dass ich nun all diese feinen Speisen zu mir nehmen kann und darf – keine Selbstverständlichkeit, wie ich meine.
Es schult in mir die Wahrnehmung, dass all das, was wir täglich nutzen, uns nur deswegen zur Verfügung steht, weil viele Menschen ihre Arbeit daran geleistet haben.
Und somit fällt es auch mir selber leichter, immer wieder mit Freude meinen Dienst an der Menschheit zu leisten…Herzliche Grüße
Stefan -
1. Februar 2026 um 12:35 Uhr #8632
Maria
AdministratorLieber Stefan,
auf die Begriffe „Vorstellung“, „Illusion“, „objektive Wahrheit“ möchte ich zu sprechen kommen. Ich denke, beim Begriff der „Illusion“ sind wir uns einig, ein Mensch denkt oder trägt etwas in sich, was tatsächlich nicht der Realität entpricht.
Bei Vorstellung wird es schwieriger, da ich es so sehe, dass eine Vorstellung tatsächlich objektiv sein kann, dass ich mir aber auch eine falsche Vorstellung machen kann. Wenn Migranten nach Deutschland kommen und die Vorstellung haben, hier bekommen sie ein Haus und es ist für sie gesorgt, dann ist das eine falsche Vorstellung, die durch Erfindungen und Geschichten von Schleppern vorgegaukelt werden. Das ist ein sehr banales Beispiel.Vorstellung ist aber auch etwas sehr Konkretes mit klarem Bezug zur Wirklichkeit. Ich beschäftige mich mit einem Thema, z.B. ich will ein bekömmliches Vollkornbrot aus Sauerteig backen, dann habe ich in der Regel ein ideales Brot vor Augen. Ich arbeite mich in die Fachkunde hinein und kann alle Prozesse, die schließlich bis zum fertigen Brotlaib führen, mit Aufmerksamkeit und Kenntnis, Wissen wie lange ich knete, wie Verhältnis von Teig, Sauerteig sein müssen, Lenkung der Wärme- und Hitzeprozesse, wie lange es gehen muss, bei welcher Temperatur es in den Ofen kommt und wann wieder heraus aus der konkreten Vorstellung führen. Zu einer solchen Vorstellung brauche ich aber tatsächlich einen realen Bezugspunkt, beim Erforschen einer Pflanze eben die Pflanze, beim Erforschen einer Textstelle aus den Evangelien dann diese Textstelle. Ohne diesen realen Bezug nach außen ist wahrscheinlich die Vorstellung oft durch Wünsche,(schlechte) Erfahrungen, Assoziationen, Projektionen, die aus unserem Inneren hochsteigen, verschattet.
Die eigene „Geisteshaltung“ wie du schreibst, ich sage vielleicht eher Bewussteinshaltung, muss demnach keine Illusionswelt sein, kann es aber sein, eben je nachdem mit welchen Bezügen und konkreten Ausrichtungen ich eine Sache betrachte.
Ich gehe übrigens schon davon aus, dass es einem Menschen möglich ist, eine „objektive Wahrheit“ zu erfassen. Das wird aber keine Zufallsintuition sein, sondern mit sehr viel Hinwendung, Beobachtung, Fragestellungen zu einem Ergebnis führen. Goethe war in diesem wahrnehmenden Denken ein Vorreiter und er hat viele Naturbetrachtungen gepflegt, er hat auch den Himmel und die Entwicklung des Wetters genau und wiederholt beobachtet und kam schließlich zu dem Schluss, dass es möglich ist, dass Menschen das Wetter „machen“.
Die Liebe, wie du schreibst, ist schon die tiefste Kraft und ist sie in einem Menschen verwirklicht und wirksam, dann werden in ihm nur entwicklungsförderliche Vorstellungen gedeihen, so sehe ich das. Und was du zum Essen schreibst, das finde ich sehr wertvoll. Sich erinnern, wie das vor uns stehende Essen entstand, wie viele Kräfte und Menschen daran wirkten, dass ich es jetzt essen kann, sich dessen bewusst zu werden und damit eine Dankbarkeit zu entwickeln, das macht das Essen zu einem sehr tiefen und erfüllenden Vorgang.
Meine Erfahrung ist, wenn wir uns unsere Worte, wie wir sie verstehen, erklären, dann kommen wir leichter mit einem Thema zurecht und in einen Austausch.
Mit herzlichem Gruß, Maria
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1. Februar 2026 um 14:32 Uhr #8633
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria,
sicher gibt es Vorstellungen, die konstruktiv und schöpferisch wirken, keine Frage, aber darum geht es hierbei nicht, sondern um Situationen oder Menschen, die von uns beurteilt werden.
Diese Beurteilungen geschehen aufgrund einer bestimmten Geisteshaltung/eines bestimmten Bewusstseins – und lassen ein Bild davon entstehen, welches sehr subjektiv ist und mit der Wirklichkeit nicht unbedingt etwas zu tun haben muss.
Vielmehr wird oft das von uns wahrgenommen, was wir an eigenem Gedankengut in uns tragen oder nach eigenen Verhaltensweisen beurteilt wird.
Insofern sagen diese Annahmen oder Schlussfolgerungen oft mehr über den etwas aus, der sie äußert, als über den in der betreffenden Situation.Eine objektive Wahrheit kann es also diesbezüglich als Mensch nicht geben, dies ist nur dem ALL-GEIST/“HEILIGEN GEIST“ möglich, denn nur ES hat alle Informationen zu einer Situation und ist demzufolge „neutral“.
Manchesmal mag es wohl sein, dass uns ein Geistesblitz ereilt und wir für einen kurzen Moment „Wahrheit“ erfahren dürfen…eine kleine Schau oder Offenbarung…so wie bei den Propheten oder Sehern – da geht es jedoch meist um übergeordnete Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten des Lebens.Nicht umsonst hatte der (meiner Ansicht nach) größte Philosoph aller Zeiten, Sokrates, postuliert: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
In Goethes Faust kommt das Gleiche zum Ausdruck, wenn Faust spricht: „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor…“
In neuerer Zeit hat Byron Katie in „The work“ dieses „Nichtwissen“ positiv eingebaut in ihren vier Fragen:
Ist das wahr?
Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
Wer wärst du ohne den Gedanken?Wenn wir ehrlich sind, können wir die zweite Frage niemals mit „ja“ beantworten.
Und anschließend kehrt man den Gedanken dann auch noch um…und bemerkt, dass er genauso möglich wäre.
Insofern kann mir in diesem Prozess bewusst werden, dass es meine Annahme/Vorstellung/Vermutung ist – und nicht die Wirklichkeit.
Und dann kann ich diese auch fallen lassen – ja und dann komme ich möglicherweise der „Wahrheit“ in dieser Situation etwas näher.Jesus machte diesbezüglich übrigens ähnliche Aussagen, als er nach Dingen gefragt wurde, die nur „…der VATER alleine weiß…“
Der Witz an der Sache ist aber nun, dass das Bewusstwerden dieses „Nicht-wissen-Könnens“ ein Vorteil für uns ist und kein Nachteil, denn damit werden wir erst frei.
Wenn ich nichts wissen kann, was bleibt mir dann noch übrig…??
Tja, ich würde sagen, die LIEBE.Wissen hat ihren Ursprung im Gehirn und kann sich nur auf bisher Erfahrenes, also auf Vergangenes stützen, die Liebe jedoch entspringt aus dem Herzen…und das Herz ist das Sprachrohr der Seele, also des Göttlichen in uns – und agiert immer im J E T Z T.
Wenn wir uns also bewusst sind, dass wir nichts wissen können, fällt es uns leichter zu lieben, finde ich, da Liebe u.a. auch gerade Annahme bedeutet.
Und genau in dieser Annahme eines Menschen oder einer Situation komme ich der objektiven Wahrheit = Wirklichkeit wohl am nächsten.Unsere Welt strotzt heutzutage nur so voller sog. Wissen – ist sie deshalb besser geworden?
Mit lichten Grüßen
Stefan -
5. Februar 2026 um 21:06 Uhr #8634
Jens
TeilnehmerLiebe Maria, lieber Stefan,
ein bisschen stellt sich für mich hier die Frage nach dem Verhältnis von Denken und Fühlen. Ich habe mir das sehr interessante Buch von Andreas Weber „Alles fühlt“ angeschafft, das Stefan erwähnt hatte. Der Autor spricht vom „Fühlen“, aber aus meiner Sicht nicht von „gröberen“ Emotionen, und aus meiner Sicht hätte man vor 200 Jahren viele seiner Beschreibungen als „Empfindung“ oder „empfindsames Wahrnehmen“ bezeichnet. Diese Empfindungen entstehen aber nicht aus dem luftleeren Raum, sondern aus seiner intensiven Auseinandersetzung mit Philosophie, Literatur und der Natur selbst, aus der Hinwendung zu den Objekten. Ich glaube, Marias Ausführungen gehen in diese Richtung: Der Mensch setzt sich intensiv auseinander und nähert sich den Dingen an, zunehmend objektiv, ohne den Anspruch eine absoluten Wahrheit, aber doch sehr konkret. Daraus entsteht denke ich eine Liebe zur Sache, also nicht ein allgemeines Liebesgefühl (zb eine Liebe zu allen Wesen), sondern eben ein konkretes. Es entsteht aber nicht aus dem Gefühl allein, sondern auch aus der tieferen philosophischen, denkenden Auseinandersetzung.
Liebe Grüße, Jens -
10. Februar 2026 um 14:27 Uhr #8638
Maria
AdministratorLieber Jens, lieber Stefan,
was du schreibst, Jens, wie Empfindungen entstehen, durch Hinwendung und Interesse und forschendes Fragen zu Objekten und auch Menschen in dieser Welt oder eben auch zu Texten und inspirierten Schriften, dass durch ein Denken, Nachdenken und sich Vorstellungen bilden, dann auch Empfindungen erwachen, das versuche ich hier in Worte zu fassen und diese Erfahrung bemühe ich mich zu beschreiben. Das Denken und das Fühlen ergänzen sich oder das eine zieht das andere nach sich. Ich kann von etwas gefühlsmäßig oder, wie du schreibst, noch besser empfindungsmäßig berührt sein und beginne dann, es auch denkend oder forschend zu ergründen. Und ich kann mich einem Thema, Objekt oder Menschen hinwenden und es erwachen in mir tiefere Gefühle.
Zu deiner Aussage Stefan, „Eine objektive Wahrheit kann es also diesbezüglich als Mensch nicht geben, dies ist nur dem ALL-GEIST/”HEILIGEN GEIST” möglich, denn nur ES hat alle Informationen zu einer Situation und ist demzufolge “neutral”: Für mich ist es eine Erfahrung, dass es Menschen gibt, die von dem, was du als Heiligen Geist beschreibst, durchdrungen und geleitet sind. Ich verstehe diesen Heiligen Geist nicht wie ihn die Kirche übermittelt hat, sondern als Möglichkeit, zu der jeder Mensch sich hinentwickeln kann. Es sind nur nicht so viele Menschen von ihm durchdrungen, weil es dazu meines Erachtens ein so absolutes Interesse, eine hohe Disziplin zu geistigen Übungen und ein Streben nach moralischem Wachstum braucht, die eben nur von wenigen aufgesucht werden. Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass ein Mensch eine Wahrheit, einen seelisch geistigen Zusammenhang, auch einen anderen Menschen objektiv erschauen und erkennen kann.
Rudolf Steiner war im Westen einer der ersten, der einen konkreten Schulungsweg ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt hat, z.B. beschrieben in dem Büchlein „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“. Heinz Grill hat seit den 1980er Jahren mit seinem Hauptwerk des Neuen Yogawillens, auch mit geisteswissenschaftlichen Forschungen zu Ernährung, Pädagogik, Medizin und Naturerleben, um nur ein paar zu nennen, die Möglichkeit geschaffen, dass interessierte Menschen in ein seelisch geistiges Forschen kommen und ihr Bewusstsein entwickeln. Der Unterschied zu dem, was du manches Mal schreibst, ist, dass auf diesen Wegen immer eine Beschäftigung mit konkreten Themen oder Objekten geschieht und auch die Meditation ein konkretes Gegenüber zum Gegenstand hat. Vielleicht kann ich es so ausdrücken, weniger ein „All-Geist“ oder ein Einheitsfühlen, weniger ein „ES“, sondern ein denkendes und fühlendes Annähern an Phänomene, Naturerscheinungen, Kunstwerke, auch an tiefe wissenschaftliche Erkenntnisse, hier wächst in meinen Augen der Mensch hin zu dem, was er sein könnte, nämlich ein schöpferischer und schaffender Mensch. Und damit wächst auch seine Liebeskraft und seine gesamte gebende Ausrichtung.
Ja, Sokrates hat die Worte geäußert „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Dennoch hat er sein ganzes Leben bis hin zu seinem Tod als Denker und Schöpfer verbracht. Sein Denken und wie er die Jugend eine objektiven Auseinandersetzung mit der Welt lehrte, wurde als so gefährlich erachtet, dass er zum Tode verurteilt wurde und nach den Überlieferungen diesen Tod auch mit Gelassenheit hingenommen hat, unglaublich bewundernswert. Aber schön, dass du ihn erwähnst, ich werde mich mit ihm noch einmal ausführlicher beschäftigen.
Zu Wissen und Weisheit, da könnten wir auch noch viel schreiben. Das ein andermal, mit herzlichem Gruß, Maria
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11. Februar 2026 um 11:11 Uhr #8640
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, lieber Jens,
ein „empfindsames Wahrnehmen“, ja, das trifft es wohl ziemlich gut – und eine Wechselwirkung gibt es da sicherlich zwischen Denken und Fühlen.
Es würde mich jedoch wirklich interessieren, ob mir jemand von euch über irgendetwas im Leben zu 100% Sicherheit etwas sagen kann?
Ich kann es nicht – insofern sind wir da eher beim Glauben, nicht beim Wissen.
Allen voran über das Wasser – dem Lebensstoff schlechthin – es gibt so viele Anomalien, die mit unseren scheinbar erkannten Gesetzmäßigkeiten nicht erklärbar sind.
Empfehlen kann ich da auf youtube von 3 Sat eine Doku darüber: „Wasser, das unbekannte Wesen.“
„Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean.“
Darin wird auch die Fähigkeit des Wassers zur Informationsspeicherung behandelt.
Es wird ersichtlich, dass das Wasser jeweils eine andere Kristallstruktur erhält, je nach Umgebung oder Lebewesen in der Nähe.
D.h., wenn wir nun hergehen und sagen wollen, wie denn Wasser strukturell in seiner natürlichen Form aussieht, ist dies unmöglich, denn indem wir es untersuchen, verändern wir sie…
Das Selbe lehrt uns der Doppelspaltversuch in der Physik – messen wir Lichtteilchen, verändern sie ihr Verhalten (Welle-Teilchen-Dualismus).
Und da wir nur Erkenntnisse mittels einer Beobachtung/Messung erhalten können, werden wir niemals die Dinge so erleben können, wie sie natürlicherweise sind.
Da Leben immer in Interaktion miteinander geht, sehen wir also immer nur das, wie Leben aussieht, wenn wir es beobachten.
Beobachtet es jedoch ein anderer, zeigt es sich anders.Was ist also Wirklichkeit, was ist Wahrheit?
Das Leben lässt sich in diesem Sinne nicht erklären, das wird aus obigem klar – darum meine Folgerung, es gehe nur über die Liebe.
Liebe misst nicht, sie beurteilt nicht, sie nimmt einfach nur wahr…und damit kann unser Gegenüber so sein, wie sie/er/es ist.
Wir spüren das bei Menschen, die uns wirklich sein lassen können, wie wir sind, die uns annehmen, wahrnehmen, „lieben“.
Dann ist Freiheit vorhanden – und in diesem Freiraum kann sich auch wieder neues Leben entfalten.
Das ist meine Erfahrung diesbezüglich.Lichte Grüße
Stefan -
14. Februar 2026 um 10:09 Uhr #8641
Maria
AdministratorLieber Stefan, liebe Leser,
ich will deinen Ansatz aufgreifen, ob wir Menschen etwas ganz sicher wissen können. Was du zum Wasser beschreibst, ist verständlich, diese stete Veränderung, je nachdem, welche Phänomene im Umfeld vorliegen. Ich weiß es z.B. auch von der Milch, wenn man frische Milch vom Bauern holt und im Haus eine Atmosphäre des Streits herrscht, dann wird die Milch schneller schlecht. Dass alles dann nur Sicherheit ist, wenn es naturwissenschaftlich messbar ist, dieser Ansicht stimme ich persönlich nicht zu.
Also bstimmte Dinge sind sicher, mathematische Gesetze, die haben Menschen erforscht, erkannt und damit auch eine Logik in die Welt gebracht. Ich darf also immer mit Sicherheit davon ausgehen, dass 5+6 als Ergebnis die 11 hat. Ich sehe auch manche Menschen als tief Wissende, also als Menschen, die Einblicke in die seelische und geistige Welt haben und zum Beispiel in klaren Worten darlegen können, was mit der Seele des Menschen nach dem Tode geschieht. Auch Goethe ist für mich ein tief Wissender, der viele Gesetzmäßigkeiten in der Natur und im Menschenleben erschaut und niedergeschrieben hat.
Vielleicht magst du noch einmal genauer darlegen, was du mit diesem Nichtwissen meinst? Meinst du, du und ich und unsere Mitmenschen wir können über ein bestimmtes Phänomen niemals ein sicheres Wissen erringen? Dass das nur bestimmten Persönlichkeiten voenthalten ist oder eben dem, was du als Gott bezeichnest? Ich kenne in meinem Umfeld mehrere Personen, die sich in ein Fachgebiet, zum Beispiel biologische Landwirtschaft so tief eingearbeitet haben, über Jahrzehnte darin gearbeitet haben, ihre Beobachtungen machten und machen und wirkliche Erkenntnisse beispielsweise zur Humusbildung, zum Zusammenwirken von Pflanzen und Boden, etc. haben und das auch in Worte fassen können. Welche absolute Gewissheit meinst du? Ich kann schon verstehen, dass du vielleicht eine Abwehr hast gegen Leute, die einfach behaupten, das ist wahr und das ist falsch. Das geschieht leider auch viel zu oft in unserer Gesellschaft. Ich gehe davon aus, wenn ein Mensch eine Erkenntnis oder eine Wahrheit, auch auf wissenschaftlichem Gebiet, wirklich eigenständig erarbeitet hat, dann wird sie zu seiner Person, er strahlt sie aus, auch ohne Worte, sie lebt in ihm und wird durch ihn wirksam.
Zu diesem Gedanken von dir aus deinem vorhergehenden Beitrag
„Da Leben immer in Interaktion miteinander geht, sehen wir also immer nur das, wie Leben aussieht, wenn wir es beobachten. Beobachtet es jedoch ein anderer, zeigt es sich anders.“
Ich würde es so sagen und habe das auch schon beobachtet: Wenn drei Personen einige Minuten lang eine Pflanze betrachten und sich alle die gleiche Frage zur Pflanze stellen, also ein Kriterium auswählen, kommen über einige Zeit der Übung alle zu einem gleichen Ergebnis. Also ich meine, ich brauche ein Kriterium in meiner Forschung, sonst schaue ich nur gedankenlos oder wünschend oder emotional auf eine Sache oder einen Menschen.herzliche Grüße, Maria
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14. Februar 2026 um 17:40 Uhr #8643
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
das Beispiel mit dem Wasser habe ich nicht zufällig gewählt – Wasser ist ja d a s Element des Lebens schlechthin, es ist in allem enthalten, insofern können wir sagen, wenn wir das Wasser nicht verstehen, dann verstehen wir das Leben an sich nicht.
Viktor Schauberger oder Johann Grander waren großartige Forscher auf diesem Gebiet und haben sicherlich das eine oder andere von der Natur des Wassers lernen können oder entdeckt, aber von einem „Wissen“ darüber sind wir nach wie vor meilenweit entfernt.5+6 ist definitionsgemäß 11, weil wir es so festgelegt haben – mit dem Leben hat dies jedoch nichts zu tun, genauso wenig „weiß“ das Leben etwas darüber, wie lang ein Meter ist o.ä. – dies sind alles menschliche Festlegungen, um sich auf einen Maßstab zu einigen.
Auch unsere Namensgebung – wir benennen eine Pflanze als „Baum“ oder als „Eiche“ und meinen, wir würden sie „kennen“, wenn wir den Namen wissen.
Das ist so, als würden wir auf eine Landkarte schauen und sagen, ich kenne dieses Land, weil ich dessen Namen kenne, obwohl wir nie da gewesen sind.
Und selbst wenn wir bereits dort gewesen wären – ab wann können wir sagen, ich kenne dieses Land?Die entscheidenden Fragen des Lebens können wir nicht beantworten – müssen wir auch gar nicht, denn es geht hier in unserem Dasein nicht um ein Wissen.
Wenn man es drastisch ausdrücken würde, dann könnte man sagen, „Wissen“ ist diesbezüglich eine Themaverfehlung im Leben des Menschen.
Wir könnten uns einmal die Frage stellen, warum wir eigentlich wissen wollen?
Geht es hierbei nicht vielmehr um Sicherheit, Macht und Geld?Natürlich, wenn es darum geht, Landwirtschaft zu betreiben oder eine Brücke zu bauen oder ein Haus etc., dann benötige ich ein Fachwissen in diesem Bereich, das meine ich nicht, sondern wenn es um Fragen geht wie die Entstehung des Lebens, dessen Sinn für uns Menschen, wo wir herkommen und hingehen, wo wir sind, wenn der Körper vergeht, ob und warum wir ggf. wo wiedergeboren werden, warum Erleuchtung geschieht, welche Kraft hinter allem steht, warum es überhaupt ein/mehrere Universum/en und so etwas wie eine Schöpfung gibt, welche Formen von Leben woanders existieren etc. etc.?
Ein schönes Beispiel ist auch das Forschen über die Materie.
Man suchte immerzu das kleinste Teilchen und war der Meinung, wenn man dies gefunden hätte, könnte man die Materie erklären.
Haha und was geschah – irgendwann war das Teilchen weg und es gab nur noch eine massenlose Schwingung…und man fand heraus, dass „Materie“ im Grunde nichts anderes ist als „Schwingung“, welche mal als reine Schwingung und mal als „feste Materie“ auftreten kann (s. auch Doppelspaltversuch, bei dem sich Photonen („Licht-Teilchen“) einmal als Welle und einmal als Materie verhalten).
Dies zeigt uns doch, dass diese Einteilungen im Grunde alle nicht zum Ziele führen, da Leben ein komplexes Gesamtsystem ist und keine Schubladen kennt.
Auch Nahrungsergänzungsmittel berücksichtigen z.B. oft nicht, dass unser Organismus offenbar (auch wiederum eine Annahme) nur Komplexe verwerten kann und nicht Einzelstoffe etc.
Wir sind eben keine Maschine, sondern lebendig.Es gibt einen schöne Sufi-Weisheit, die da lautet:
„Befreie dich von den Fesseln des Wissens und begebe dich in die Freiheit des Seins!“
Das drückt es sehr schön aus, finde ich, denn es macht uns klar, dass all unser sog. Wissen uns nur an unser Denksystem bindet – und mit Verlaub, was weiß das Denken über das Leben?
Darum gefällt mir vielmehr die Bezeichnung der „Philosophie“ (= Liebe zur Weisheit).
Weisheit bezeichnet vorrangig ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren – es gibt mehrere Definitionen und Konzepte von Weisheit, die sich in der Regel in den Spannungsräumen zwischen Rationalität und Intuition, Wissen und Glauben sowie zwischen Erfahrung und Instinkt bewegen.
In der Weisheit können wir uns jederzeit üben – und sie ist genauso wenig exakt zu definieren, wie „Liebe“ oder das Leben selbst – und genau darum ist es etwas Lebendiges.
Wissen ist etwas Starres, Totes und wir vergessen leicht dabei, dass es etwas Relatives ist – und ich glaube darum geht es im Grunde bei diesem Thema auch.
Wir Menschen meinen, wenn wir eine Pflanze oder ein Tier auseinander nehmen und untersuchen, dann finden wir etwas über das Leben heraus – oh welch eine Vorstellung vom Leben ist das?!Dein Ansatz, liebe Maria, wenn drei Menschen eine Pflanze betrachten und sich die selbe Frage dazu stellen, spürt sich für mich da schon viel stimmiger an – es geschieht dann wohl auch eher in einer Art Sanftmut und Achtung/Demut vor der Pflanze/dem Leben, nehem ich an.
Wobei ich persönlich eher das „fragelose Wahrnehmen“ bevorzuge und dadurch immer wieder Antworten vom Leben bekomme, zu einer Frage, die ich gar nicht (bewusst) gestellt habe 😉Seit ein paar Wochen treffe ich mich immer mal wieder mit zwei anderen Männern zu einem philosophischen Austausch und wir haben immer wieder ähnliche Erfahrungen gemacht – alleine, dass wir drei uns zusammen finden, bewirkt schon in jedem von uns eine Öffnung eines Feldes, welche tiefe Einsichten für jeden von uns ermöglichen.
Diese wundervolle Mischung aus einem spirituellen (Wasser-) Forscher und ausgezeichneten Physiker, einem Kenner der Geschichte und Sprachforscher und mir als Philosoph und feinsinnigem Hobby-Chemiker bringt so einiges hervor, und wir erleben immer wieder sehr Wundersames.
Z.B. hatte der Physiker neulich ein selbst entworfenes Model aus feinen Drähten auf seinem Tisch stehen, was exakt so aussah, wie es mir in meinem geistigen Auge Tage zuvor erschien, als ich mir Gedanken zum Zusammenspiel von Usache/Wirkung, Vergebung und Liebe gemacht hatte.
Es waren zwei ineinander geschachtelte Dreiecke in einer Kugel…Mir geht es einfach darum, uns alle mal etwas aufzurütteln aus unseren gewohnten Denkstrukturen – und inne zu halten, mal in sich reinzuspüren, was für uns wahr ist und was nicht, unabhängig davon was wer sagt oder mal gesagt hat.
Dass wir nicht einfach alles, was uns gesagt und gelehrt wird blind übernehmen, ohne es für uns selbst geprüft zu haben.Im Buddhismus gibt es da ein Sprichwort dazu:
„Begegnet dir in der Meditation Buddha, so schlage ihm den Kopf ab!“
Dieses persönliche Prüfen ist natürlich anstrengend und aufwendig, sicher, aber in meinen Augen der einzige Weg, der zu einem Ziele hinführt: zu unserem eigenen, inneren Wissen zu gelangen.
Es mag „nur“ für uns Gültigkeit haben, jedoch reicht dies für uns vollkommen aus – ohne Beweise, ohne Messungen, ohne Wiederholbarkeit.Es geht mir hier nicht ums Rechthaben, denn ich weiß wahrscheinlich genauso viel oder wenig wie jeder andere von euch auch, es soll nur eine Anregung sein, Selbstverständliches und scheinbar Unverrückbares auch einfach einmal in Frage zu stellen.
Ich glaube, nur so werden sich wirklich neue Horizonte für uns eröffnen…In diesem Sinne herzliche Grüße
Stefan -
15. Februar 2026 um 19:58 Uhr #8644
Maria
AdministratorLieber Stefan, liebe Leser,
um ein paar Beispiele von dir aufzugreifen: Wenn jemand Bäume unterscheiden kann und sagen, das ist eine Eiche, das eine Buche, das eine Birke, sehe ich darin schon einen gewissen Wert. Will man das Wesen und die Originalität eines Baumes tiefer verstehen, braucht es hierzu eine Vertiefung in dem Sinne, wie ich sie im letzten Beitrag beschrieben habe. Es geht mir um eine Annäherung und ein profunderes Verstehen und Sehen der Sache oder der Naturerscheinung. Meine Erfahrung ist, wenn ich mich ausführlicher mit einer Pflanze beschäftige, dann kommt sie mir näher und ich würde es schon so bezeichnen, es entsteht eine Liebe zu dieser Naturerscheinung.
Die Haltung, mit der ich so eine Naturbetrachtung ausführe, ist weniger eine demutsvolle, wie du andeutest, sondern eine interessiert forschende und fragende. Eine Wertschätzung ist damit immer verbunden.
Generell finde ich Wissen nichts Negatives. Schwieriger finde ich es, wenn man als Mensch nicht lernen und wissen will, denn wo bleibt da die Entwicklung und ein Vorwärtsschreiten? Mir gefallen wissende Menschen und es ist meines Erachtens eine Sache des Charakters, ob ich mit Wissen Macht ausüben will oder nicht. Ich sehe wie du auch einen Unterschied zwischen Wissen und Weisheit. Und was du zu Philosphie schreibst, ist mir sehr nah. Weisheit, wie ich das Wort verstehe, ist umfassender als der Begriff des Wissens. Du regst mich hier direkt zu einer Begriffserfoschung der beiden Worte an.
Was mich für dich freut, dass du zwei Menschen getroffen hast, mit denen der Austausch solcher Fragen und das Kennenlernen verschiedener Standpunkte und Kenntnisgebiete möglich und erwünscht ist. Darin, im direkten Austausch und der Bewegung von Themen sehe ich persönlich eine hoffnungsvolle Zukunft.
Soweit für heute, mit herzlichem Gruß, Maria
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15. Februar 2026 um 23:34 Uhr #8645
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
ehrlich gesagt kann ich nicht ganz nachvollziehen, was es für einen Wert haben soll, wenn ich einen willkürlich festgelegten Namen von einer Pflanze „weiß“?
Ist es nicht vielmehr so, dass ich damit die Pflanze bereits in eine Schublade schiebe und ein wirkliches Erkennen ihres Wesens damit unmöglich mache?
Diese Ansicht teile ich durchaus mit Krishnamurti – ich habe dies immer wieder bei mir beobachtet – sobald ich etwas benenne, verfliegt der Zauber des Wesens selbst.
Benenne ich es hingegen nicht, bleibt der Zauber erhalten und eine tiefe, innige Begegnung wird möglich, was ich teilweise auch mit „Liebe“ beschreiben würde – genau deswegen, da ich mir kein Bild von ihm mache („Du sollst dir kein Bildnis machen…“).
Probiert es ruhig selber mal aus – würde mich interessieren, was ihr für Erfahrungen diesbezüglich macht.
Ähnlich ergeht es mir übrigens mit innerlichen Zuständen oder Erlebtem – sobald ich es in Worte fassen möchte, ist der Zauber dahin…wahrscheinlich, da Worte niemals das Leben ausdrücken können.Liebe Maria, aufgrund Deiner Frage, wo denn ohne Wissenwollen ein Vorwärtsschreiten und eine Entwicklung im Menschen stattfinden soll – frage ich Dich, welches Wissen Dich in Deinem Leben bisher diesbezüglich wirklich vorangebracht hat?
Ich habe nämlich bei mir leider keines gefunden…einzig einige Annahmen, dass es womöglich so etwas wie ein „gerechtes“ Gesetz von Saat und Ernte gibt, dass es die Kraft der Vergebung und das Wunder der Liebe gibt.
Gut, ich kann sagen, dass ich über viele bewusste Erfahrungen mehr Vertrauen ins Leben und zu mir selbst gefunden habe, dass mein Glaube an die Liebe dadurch gewachsen ist, dass ich geführt werde durch eine Stimme, die ich in mir höre, die mir für mich wichtige Dinge mitteilt oder mir eine Frage stellt, die mich auf etwas aufmerksam machen möchte, aber ich könnte nicht sagen, dass ich mehr weiß als vor 30 Jahren.
Vor 30 Jahren dachte ich nur, ich wüßte soo viel…und bin vom Leben immer wieder eines Besseren belehrt worden 😉
Eigentlich kann ich gar nicht sagen, dass ich überhaupt etwas über das Leben weiß, das ist ja gerade der Punkt, darum habe ich diesen Pfad irgendwann für mich verlassen, da er für meine Begriffe nicht zum angestrebten und ersehnten Ziele führt: zum Frieden in meiner Seele.Muss ich etwas wissen, um lieben zu können?
Für mich gibt es nur eine wirklich sinnvolle Art der Weiterentwicklung, nämlich in der Liebesfähigkeit zu wachsen.
Dazu bedarf es in meinen Augen u.a. Vertrauen, Demut, Achtung, Wertschätzung, Dankbarkeit und Offenheit.
Ja, es bedarf auch ein Wollen diesbezüglich, natürlich, den Rest arrangiert wohl eh das Leben für uns, indem es uns in entsprechende Situationen führt, um genau diese Eigenschaften zu einer Vergrößerung unserer Liebsfähigkeit entwickeln zu können.
Alles andere würde ich eher als „Fortschritt“ bezeichnen – also ein Entfernen des Menschen von seiner wahren Natur.
Und wenn wir bedenken – schon alleine in der Zeitspanne, in der wir bisher gelebt haben – wie oft hat sich die Expertenmeinung und das „Wissen“ von vielen Dingen geändert…oft in genau das Gegenteil…?
Früher sind Forscher dafür verbrannt worden, als sie behaupteten, die Erde sei rund.
Und heutzutage wandern immer noch Ärzte ins Gefängnis dafür, weil sie die C-Impfung angezweifelt und nicht verabreicht hatten.
Es gibt unzählige Beispiele, dass unser sog. Wissen sehr mit Vorsicht zu genießen ist.Und mit Verlaub, diejenigen Menschen, die meinen, sie wüßten sehr viel, sind oft mit einem großen Ego verhaftet und wollen sich darüber profilieren, stellen sich über andere und meinen, sie wären etwas Besseres – gerade auch im spirituellen Bereich, aber natürlich auch in den sog. Wissenschaften.
Die Demütigen aber unter uns, die eher still sind und sich nicht ins Rampenlicht stellen, die immer wieder um ihre innere Wahrheit ringen, darunter habe ich immer mal wieder eine sehr tiefgründige und liebende Seelen finden können.Mit lichten Grüßen
Stefan -
19. Februar 2026 um 11:05 Uhr #8664
Maria
AdministratorLieber Stefan,
zu dem, wie du Sprache und Worte siehst, habe ich eine andere Auffassung. Sprache ist mein Beruf, das Übersetzen, das sich Hineindenken und -fühlen, was ein Autor ausdrückt und wie dies am besten in einer anderen Sprache ausgedrückt wird. Und auch unabhängig davon bin ich der Ansicht, dass Worte und die Art, wie ich Worte wähle, sehr wohl etwas mit dem Leben und mit dem, dass ich andere Menschen erbauen oder auch ihnen Schmerz zufügen kann, zu tun hat. Ich habe zwar das Johannesevanglium nicht durchdrungen, halte jedoch den Prolog „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott…“ für eine sehr tiefe meditative Weisheit.
Jetzt etwas weiter heruntergebrochen, es geht dir ja und auch mir um die Entwicklung von Liebesfähigkeit, da könnte ich einen wunderbaren Film empfehlen, „Der Postmann“ von Michael Redford mit dem schon verstorbenen Schauspieler Massimo Troisi. Ich habe selten einen so einfühlsamen Film zu Sprache gesehen. Und darüber, wie ein einfacher italienischer Mann darum ringt, einer Frau, die er verehrt, seine Liebe mit Worten mitzuteilen. Es gelingt ihm letztendlich durch die Freundschaft zu Pablo Neruda und dadurch, dass dieser ihn in die Kunst der Worte einweist.Dann noch ein Gedanke zu Worten und Begriffen. Diese sind ja nicht willkürlich bestimmten Tätigkeiten oder Objekten zugewiesen von einem fremden Menschen oder einem fremden Gott. Ich finde die Etymologie der Worte sehr interessant. Was ist der Ursprung eines Begriffes? Es muss bei jedem Wort einmal einen oder mehrere Menschen gegeben haben, die aus ihrem Erleben und ihrer schöpferischen Tätigkeit eine Benennung einer Tätigkeit oder eines Objektes kreierten. Und das ist auch noch nicht zu Ende. Die Sprache lebt und der schöpferische Mensch bringt auch neue Wörter hervor. Das wäre ein großes und spannendes Thema für sich allein schon.
Also, kurzum, ich sehe die Liebe, das Leben und den Geist in gleicher Weise in den Worten, wie andere Menschen sie im Wasser oder sonstigen Phänomenen auf dieser Welt erkennen.
Und schließlich, Stefan, noch meine persönliche Antwort auf deine Frage, ob mich irgendein Wissen im Leben schon weitergebracht hat. Ganz ehrlich, mich hat jedes Wissen, das ich mir errungen habe, weitergebracht. Ich meine damit, ich wachse damit in meiner Persönlichkeit. Ich kann mich in der Welt orientieren, Fähigkeiten entwickeln, Menschen und Berufe besser verstehen, die Natur differenzierter und mit höherer Wertschätzung erleben und vieles mehr. Ich halte Wissen für nichts Schlechtes, sondern für etwas Notwendiges. Ein Mensch, der nicht die Möglichkeit von Bildung im Sinne unserer Schulbildung hat oder durch Personen, von denen wir lernen, ist nicht ein minderere Mensch und er kann meines Erachtens natürlich liebesfähig sein. Jedoch, wenn Möglichkeit zur Bildung vorhanden ist, dann ist es etwas sehr Schönes und Edles, sich weiterzuentwickeln. Das sehe ich z.B. an afrikanischen Frauen, die hier in Deutschland zum ersten Mal in die Schule gehen können. Wie oft habe ich da einen Lerneifer, eine unbändige Lernfreude beobachten können, weil es normalerweise dem Menschen inneliegt, sich weiterentwickeln zu wollen und an einem Leben in der Gesellschaft teilhaben zu wollen und hier die eigenen Fähigkeiten einzubringen.
Zu unterscheiden ist natürlich rein intellektuelles Wissen, das ich wie unverbunden, unverstanden und unverdaut in mich hineinlerne, von denkend und praktisch arbeitend errungenem Wissen.
Mit herzlichem Gruß, Maria
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19. Februar 2026 um 20:15 Uhr #8666
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria,
ehrlich gesagt, glaube ich immer mehr, wir reden hier aneinander vorbei.
Mir geht es beim Thema „Wissen“ rein um Erkenntnisse über das Leben selbst, also z.B. um ein geistiges Erfassen vom Sinn und Zweck unseres menschlichen Daseins – und nicht um andere („weltliche“) Dinge.Ein Name sagt teilweise etwas über das Wesen eines Geschöpfes aus, ja, das ist mir bekannt – vielleicht habe ich mich da auch noch nicht tief genug damit beschäftigt, mag sein, da bist du möglicherweise versierter als ich.
Da finde ich eher den Weg über den chemischen Aufbau von Elementen oder physikalische Zusammenhänge, wobei dies ja auch wieder mit Vorsicht zu genießen ist, da dieses Wissen ja immer relativ ist.
Und darum bin ich da wohl auch ziemlich vorsichtig geworden mit dem Begriff „Wissen“.Bzgl. des Zitates von dir, „Am Anfang war das Wort…“ – die Aussagen der Schriften sind meiner Ansicht nach fast immer symbolisch zu verstehen und nicht wörtlich – und ich meine, dass es korrekt heißt: „Im Anfang war das Wort…“
„Das Wort“ ist nach meinem Erfassen Jesus Christus als vollendeter Ausdruck des Göttlichen im Menschen.
Wenn wir die göttliche Wahrheit leben, welche wir in uns spüren/erkennen können, dann werden wir zum „Wort“, also zum leibhaftigen Ausdruck dieser Kraft.
Und dies ist dann für uns „die Wahrheit“ und führt uns erst zum wirklichen Leben („Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum VATER denn durch mich!“)Sicher können wir unsere Liebe auch über Worte Ausdruck verleihen, da bin ich ganz bei dir, das sind dann welche, die tief aus unserem Inneren kommen, aus unserem Herzen.
Um noch mal auf die für mich essentiellen Fragen des Lebens zurück zu kommen, die ich mir stelle – über die Entstehung des Lebens, dessen Sinn für uns Menschen, wo wir herkommen und hingehen, wo wir sind, wenn der Körper vergeht, ob und warum wir ggf. wo wiedergeboren werden, warum Erleuchtung geschieht, welche Kraft hinter allem steht, warum es überhaupt so was wie Universen und so etwas wie eine Schöpfung gibt, welche Formen von Leben woanders existieren etc. etc.? – dann frage ich jeden von euch hier im Forum, wer mir auch nur eine davon mit Sicherheit beantworten kann?
Genau darum geht es mir hier.
Wenn wir diese Fragen nicht beantworten können, wie können wir überhaupt wissen, was zu tun ist, welche Richtung wir einschlagen sollen, was es zu lernen gibt?
Wenn wir keinen Fixpunkt haben und kein bekanntes Ziel, was ist dann überhaupt als „Entwicklung“ zu betrachten?Wenn mir hier jemand auf die Sprünge helfen kann, bin ich euch sehr darüber dankbar!
Aber vielleicht habe ich mir die Antwort gerade auch schon selber gegeben – nämlich als ich oben über Jesus Christus geschrieben habe – die innere Wahrheit leben…das könnte der Fixpunkt sein und wäre gleichzeitig der Weg – und das Ziel hieße dann wirkliche Lebendigkeit…:-)
Mit lichten Grüßen
Stefan -
24. Februar 2026 um 9:50 Uhr #8667
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
gestern schaute ich mir „zufällig“ nochmal den Film „Samadhi Teil 3“ auf youtube an – und stellte mit Freude fest, dass es dabei genau um unsere Fragen geht, die wir hier seit Wochen zusammen betrachten!
Also, wer mag, schaue sich bitte diesen spirituellen Film an – dann könnten wir uns möglicherweise hier auch nochmal anders darüber austauschen…Mit lichten Grüßen
Stefan -
27. Februar 2026 um 15:57 Uhr #8668
Maria
AdministratorLieber Stefan, liebe Leser,
du hast ja jetzt nochmal konkretisiert, was du mit Wissen meinst, ich verstehe dich hoffentlich richtig, es ist ein Wissen von metaphysischen Zusammenhängen und Phänomenen, das dich interessiert.
Wo wir vielleicht manchmal aneinander vorbeireden, habe ich den Eindruck, das sind Themen, die du eventuell als schon gegeben und existent ansiehst und bei denen ich sage, hier muss ich mich sehr konkret beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass wir Menschen nicht schon liebesfähig und weisheitsvoll auf die Welt kommen. Was bei einem kleinen Kind da erfahrbar ist, dass es aus den geistigen Welten kommt und in aller Unschuld und Freude in der Welt ist, das ist normalerweise bei einem Erwachsenen nicht mehr gegeben. Mein Weltbild ist geprägt davon, dass ich mich entwickeln will, dass ich manche Anlagen in mir trage, die vielleicht leichter verwirklichbar sind und andere, die ganz schlummern und erarbeitet werden wollen. Zwei Begriffe, die mir hier wichtig sind, sind die Entwicklung und das Lernen. Und dass mit jeder Entwicklung und jedem Lernen eine Bewusstseinserweiterung stattfindet. Und wie ich dich bisher verstehe, um Bewusstseinserweiterung geht es dir auch. Nur die Wege dahin sehen wir unterschiedlich.Ich halte es für richtig, wenn du sagst, wir brauchen einen Fixpunkt, oder vielleicht eine Idee oder ein Ideal, einen verwirklichten Menschen, der tatsächlich die Liebesfähigkeit manifestiert hat und unmittelbar ausstrahlt. Du nennst den Jesus, ich spreche immer lieber von Christus, aber da müssen wir uns nicht streiten. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass man im eigenen Streben und Wachsen auf einem eigenen Entwicklungsweg ein Vorbild oder eine Persönlichkeit braucht, die ein wahres und für die gesamte Menschheit förderliches Werk in die Welt gebracht hat. Erforsche ich so einen Menschen, mit aller Hochachtung für sein Tun, sein Werk, seine Opfer, seine Kunst, die er gebracht hat, dann entsteht auch eine innerliche seelische Verbindung zu diesem Menschen. Er wird mich auf meinem Entwicklungsweg beflügeln und mir zu einer Ausdauer verhelfen. Die Themen aber, an denen ich arbeite, müssen für mich immer konkrete Themen sein. Ich brauche das Gegenüber eines Menschen, das Gegenüber eines Forschungsobjektes, ich kann mit einer Allliebe und Alleinheit, in der wir bleiben sollen, im Grunde nichts anfangen. Wie ich dich verstehe, bist du ja auch im Austausch mit Personen, die an konkreten Themen oder Phänomenen arbeiten, diese erforschen, z.B. das Wasser, du die Chemie und Physik, ich die Worte, den Yoga, die Ernährung…
Und wenn ich einen Bereich tiefer erfasse, auch mithilfe von inspirierten Schriften und Personen, dann bin ich in diesem Bereich ein freierer und gebender Mensch. Und hierin sehe ich auch ein Zeichen von Spiritualität, ein Mensch, der frei ist und aber ganz verantwortlich, der an der Entwicklung anderer genauso interessiert ist wie an der eigenen, ein Mensch, der verbindet statt zu trennen.
Ich habe den Schulungsweg von Heinz Grill gewählt, da ich ihn für einen zeitgemäßen und gangbaren Weg halte. Hätte ich aber seine Person nicht kennengelernt, die ein Wissen und eine Liebe ausstrahlt, wie ich sie von einem lebenden Menschen sonst nicht erfahren habe, so hätte ich auch den Schulungsweg nicht gewählt. Über Heinz Grill kamen mir auch Rudolf Steiner, Sri Aurobindo und Sathya Sai Baba näher. Zu den deutschen Philosophen, Dichtern und zu Literatur hatte ich schon immer eine Liebe.Dabei steht es jedem Menschen frei, welchen Lehrer er sich sucht, ob er sich einen Lehrer sucht und mit welchem Thema er sich beschäftigt. Ich habe nur den Anfang des von dir empfohlenen Filmes gesehen. Schwierigkeiten habe ich damit, wenn mir jemand sagt, wie im Film gegeben „Wach auf!“ oder „Sei achtsam!“. Welcher Erwachte will hier den offenbar „unerwachten“ Teil der Menschheit wachrütteln? Das ist nicht freilassend und erscheint mir schon etwas darüberstehend. Das wollen wir Menschen heute doch nicht, es will doch keiner missioniert werden oder als dumm dargestellt werden. Warum ich das Forum aber ins Leben gerufen habe, das ist mein Anliegen, in einen ordentlichen Dialog zu treten und Gedanken zu bewegen. So wie wir das hier tun und Kontroversen wird es hier auch oft geben. Das finde ich nicht schlimm, wenn wir trotzdem im Dialog damit umgehen.
Mit herzlichem Gruß, Maria
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27. Februar 2026 um 23:46 Uhr #8670
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
das Wissen, um das es mir hier geht, betrifft die wesentlichen Fragen des Lebens.
Nach meiner langjährigen geistigen Schulung, würde ich sagen, es geht um die Erweiterung unserer Liebesfähigkeit.
Es ist jedoch kein Wissen, sondern nur eine Vermutung.
Das ist ja genau das Verflixte – ich meinte, ich hätte bereits viel gelernt – und dann schaute ich mal genauer hin und merkte, dass alles Vermutungen/Glaube war/ist und nicht Wissen.
Das Einzige, was ich sicher sagen kann, ist, dass es für mich eine Art innere Gewissheit gibt, die mir über verschiedene Kanäle (Gedanken, Bauchgefühl, Intuition) mitgeteilt wird, wenn ich eine Entscheidung treffen soll/muss.
Und unser ganzes Leben besteht daraus, Entscheidungen zu treffen.
Das ist ja schon eine ganze Menge, denn dadurch schipper ich vertrauensvoll geleitet durchs Leben.
Und bisher ist diese Art von Leben immer gut aufgegangen.Mehr und mehr muss ich Schmunzeln, wie überzeugt viele Mitmenschen sind, dass genau ihre Glaubensrichtung die einzig wahre sei.
Ob das Katholiken, Protestanten, Steiner-Anhänger, Zeugen Jehovas, Kurs in Wundern-Praktizierende, Buddhisten, Krishnamurti-Anhänger oder wer auch immer sein mag – ein jeder möchte mich davon überzeugen, doch bei ihnen beizutreten, weil sie die Wahrheit kennen…;-)
Gut, wie ihr wisst, habe ich einige Jahre verschiedene Bibeln studiert und bin dadurch schon auch sehr geprägt worden, jedoch würde ich da dennoch eher von Glauben sprechen und nicht von Wissen.
Das Sympathische daran ist für mich, dass darin eigens erwähnt wird, dass man nichts blind glauben, sondern alles nachprüfen soll.
Dies habe ich jahrelang so gehandhabt, also geprüft, für mich überprüft – und dadurch habe ich auch oft erst den Sinn der Aussagen oder Ratschläge/Gebote durchdrungen.Bzgl. All-Liebe bzw. All-Einheit – diese Begriffe würde ich Gott zuordnen – darin sind wir eingebettet, wenn ich von einem alles liebenden und versorgenden Gott/Schöpfer ausgehen mag.
D.h. es ist unser natürlicher Zustand und muss nicht erreicht werden – wenn dann geht es meiner Ansicht darum, sich dies wieder bewusst zu machen.Liebe Maria, vielleicht nimmst du dir die Zeit, um den Film wirklich vollständig anzusehen – es geht, wie bereits erwähnt, genau um unsere Themen.
Und das Schöne daran ist, dass es überkonfessionell ist – es geht einfach darum aufzuwachen.
Wach zu werden, will heißen, zu erkennen, dass wir bisher die Welt und unser Leben wie in einem Traum gesehen/gelebt haben, und dass es eine andere Art gibt, die uns vollständig erfüllt und uns in den ersehnten Frieden führen kann.
Muss sich ein Schüler dumm fühlen, wenn der Lehrer/ein anderer mehr weiß als er selber?
Wenn ich davon ausgehe, alles schon zu wissen, bleibe ich auf meinem Stand, bin ich aber offen für Neues, kann ich erst dazu lernen.Um nochmals auf jegliche Art von Glaubensrichtung zurück zu kommen – wer missioniert von denen denn nicht?
Nach meinen Erfahrungen missioniert da fast jeder.
Da schaue ich jedoch drüber hinweg und konzentriere mich auf die Botschaft, welche vermittelt werden will.
Mich hat z.B. der Satz, „Vergeude nicht dein Leben!“ sehr aufgerüttelt.
Und mich mit der Frage zurück gelassen, wie ich denn leben möchte, damit mein Leben aus meiner Sicht nicht vergeudet wäre…?
Dies finde ich z.B. persönlich sehr hilfreich und entwicklungsfördernd.
Erwachen heißt in diesem Sinne, zu erkennen, dass all unsere Ansichten über uns, unsere Mitmenschen, der Welt etc. nicht stimmen müssen, nur unsere Brille ist, durch die wir schauen, und dass es eine Art zu leben gibt, die einzig wahr nimmt, ohne Brille.
Und dies verändert unser Leben vollständig – dazu müssen wir jedoch unser sämtliches „scheinbares Wissen“ fallen lassen, d.h. begraben, weil wir sonst niemals die Wirklichkeit erfahren werden, nur immer unsere Sicht durch die eingefärbete Brille.
Das kann ein jeder für sich selbst testen, das ist das Schöne daran – und dann kommen wir vom Glauben zu unserer persönlichen Gewissheit…Lichte Grüße
Stefan -
28. Februar 2026 um 9:59 Uhr #8671
Maria
AdministratorLieber Stefan, liebe Leser,
es geht dir, wie ich dich verstehe, sehr darum, dass jeder seinen individuellen Weg findet und geht. Dagegen habe ich nichts einzuwenden, ich halte es für richtig. Irgendetwas beizutreten oder einer Gruppe anzugehören hindert oft an einer ernsthaften Suche und Weiterentwicklung. Worum es mir geht, ist die Beziehung, die der Einzelne zu dem Lehrer, der Wahrheit, dem Christus oder auch ganz einfach zu einem anderen Menschen aufbaut, wenn er sich auf einen solchen Weg begibt.
Ich greife nocheinmal deine Aussage vom 19.Februar heraus. „….Aber vielleicht habe ich mir die Antwort gerade auch schon selber gegeben – nämlich als ich oben über Jesus Christus geschrieben habe – die innere Wahrheit leben…das könnte der Fixpunkt sein und wäre gleichzeitig der Weg – und das Ziel hieße dann wirkliche Lebendigkeit…:-)…“ Im gleichen Beitrag weiter oben erwähnst du die Bibelstelle “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum VATER denn durch mich!”
Dazu meine folgenden Gedanken: Ich habe eine Bekannte, leider ist sie vor 10 Tagen verstorben, die berief sich auch immer auf diese Aussage. Ich nehme grundsätzlich das Evangelium sehr ernst und halte es für eine inspirative Schrift, die der Hinwendung und eines wiederholten Lesens bedarf, damit die Inhalte sich erschließen. Mich würde tatsächlich interessieren, wie du dann konkret den Bezug zum Leben herstellst, wenn Christus die Worte spricht „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben?“ – Es würde ja bedeuten, mit allen Fasern und allem Streben die Person und das Wirken des Christus zu erforschen, um es zu erkennen und dann auch die Bedeutung seiner Worte zu erkennen. Und genau da, wie ist da dein Vorgehen? Ich nehme dich mal beim Wort, du schreibst, das hieße dann, „die innere Wahrheit leben…. und das Ziel hieße dann wirkliche Lebendigkeit.“
Jetzt werden verschiedenste Menschen wieder eine ganz unterschiedliche Auffassung davon haben, was die „innere Wahrheit“ ist und was „wirkliche Lebendigkeit“ ist. Wenn ich das mal ganz vorsichtig ausdrücke, kann es nicht sein, dass das, was du hier als Ziel beschreibst, das Ergebnis eines Werdeprozesses ist und eben nicht im Handumdrehen gelebt werden kann, in dem Sinne – ich bin ab heute wirklich lebendig? Verstehst du, was ich meine, mir fehlen die nachvollziehbaren Zwischenschritte.
Zum anderen, wo ich über das Missionieren schreibe und dass ich persönlich nicht angezogen bin von einem Menschen, der anderen sagt, „Wacht auf“ etc. Das ist eine sehr individuelle Entscheidung, wen eine Person für sich als Lehrer annimmt und wen nicht. In der Schule habe ich bei den Lehrern und Lehrerinnen besser gelernt, die ich als authentisch und begeistert von ihrem Fach wahrnahm und die mich als Schülerin auch in meinem Lernen und meiner Person bestärkten. Ich stimme dir zu, dass wir von anderen lernen und lernen sollten, da wir sonst auf einem sehr beschränkten Niveau blieben. Jedoch, von wem ich etwas annehme und von wem weniger, das entscheide halt ich selbst. Wie sehr es mir um den Menschen und seine Authentizität geht und mich gerade die Authentizität anzieht, das schreibe ich nochmal an einem Ereignis, das ich vor kurzem erlebte. Es ging ein Sprachkurs an einem Krankenhaus zu Ende, alle Teilnehmer waren aus den verschiedensten Ländern der Welt und in ihrer Krankenpflegeausbildung. Ein junger arabischer Mann war mir während des ganzen Kurses aufgefallen, seine Höflichkeit, sein Lerninteresse, seine Beiträge, nicht zuletzt seine äußere schöne Erscheinung und dieser Mann überreichte mir am Kursende in einer sehr ansprechenden Geste einen Koran in deutscher Übersetzung. Ich nahm ihn dankend entgegen und sagte ihm, dass ich ihn lesen werde.
Ich hätte bisher viele Möglichkeiten gehabt, den Koran zu lesen, aber hier ist es wirklich die schöne Haltung des Mannes, die mich anregt, mich jetzt mit dieser Schrift zu beschäftigen. Hätte mir auf der Straße jemand einen Koran in die Hand gedrückt – so machten die Hare Krishnas es ja früher oft mit der Bhagadvagita – hätte ich wahrscheinlich eher ablehnend reagiert. Soweit meine Einstellung zum Missionieren.Noch ein letzte Wort zum Glauben. Diesen Begriff kann ich im oberflächlichen, allgemeingebräuchlichen Sinn verstehen als etwas für wahr halten, aber eben nicht sicher sein. Ich kann ihn jedoch auch als tiefste Seelenkraft im Menschen verstehen, so wie er in den Evangelien gebraucht wird, Petrus, der über das Wasser wandeln kann und einbricht, als er es mit der Angst zu tun bekommt oder die Heilungen, wo Christus sprach, zu den Aussätzigen und anderen schwer erkrankten Personen „Dein Glaube hat dich geheilt.“ Oder den Glauben, der Berge versetzt. Dieser Glaube interessiert mich zutiefst.
Mit herzlichem Gruß, Maria
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2. März 2026 um 11:24 Uhr #8673
Stefan
TeilnehmerLiebe Maria, liebe Leser,
ein individueller Weg ergibt sich zwangsläufig, finde ich, da jeder andere Zugänge des Lebens für sich auswählt, wie du ja auch schreibst, möchtest du selber auswählen, von wem, was und wann du lernen magst.
Im Sinne von Wahrheit meine ich jedoch, dass es in dem Sinne für uns Menschen „nur“ eine persönliche (innere) Wahrheit geben kann und keine absolute, da wir nicht alles erfassen können, was ist und was „Leben“ bedeutet.Mein Lehrer, wenn man so möchte, ist der Geist des Lebens, manche nennen ihn den „Heiligen Geist“ oder „Geist Gottes“ oder du Maria würdest wahrscheinlich „Geist Christi“ oder „Christus-Energie“ dazu sagen…
Ich bin stets mit ES verbunden und stimme mein Leben weitestgehend mit dieser übergeordneten intelligenten Instanz, welche mich jahrelang über diverse Erzengel (u.a. MICHAEL) geschult hatte, ab.
Auch hatte einer meiner besten und innigsten Freunde (mit dem ich mich stets in einem tiefen, geistigen Austausch befinde) und ich eine Erscheinung in einer kleinen Kirche auf Kos, die dem Erzengel MICHAEL (!) gewidmet ist.
Hans fiel auf die Knie und schrie: „Ich brenne, ich brenne!“ und mir riss es zeitgleich den Mund auf und ich sah, wie ein Geistwesen mir eine Art Samen in den Rachen hinein legte.
Dieser Same ist mittlerweile ein stattlicher Baum geworden, der meine körperliche Erscheinung weit überragt.
Was diese Schulung und diese Erscheinung und dieser Baum genau bedeuten und warum mir dies überhaupt alles geschieht, kann ich euch leider selber nicht sagen – und mit wem ich mich auch bisher darüber ausgetauscht hatte, niemand hatte bisher Ähnliches erfahren…?!?Insofern habe ich zwar genauso meine Lebens-Aufgaben zu lösen wie jeder andere von uns auch, jedoch steht mir dieser (innere/übergeordnete) Ratgeber immer hilfreich zur Seite.
Dies kann im Grunde jeder von uns so handhaben, meine ich, denn dieser Geist ist ja überall da und durchdringt alles – die Frage ist nur, wer sich damit bewusst verbinden und führen lassen mag – dies ist uns ja frei gestellt.
Und ich hatte diese Entscheidung (zum Glück!) früh in meinem Leben getroffen, auch in Bezug auf mein damaliges langjähriges Bibelstudium, in dem ich immer wieder um die Bedeutung der Worte Jesu gerungen hatte.
Soweit die Antwort auf deine diesbezügliche Frage, wie das für mich konkret in meinem Leben aussieht, Maria.Dass wir diese innere Lebendigkeit nicht von jetzt auf gleich leben können, ergibt sich aus dem Glauben daran – je größer und tiefer der vertrauensvolle Glaube an diese Kraft von uns ist, desto schneller werden wir innerlich lebendig werden können.
Oft bedarf es jedoch vieler Erlebnisse und Erfahrungen, um innerlich einen festen Glauben daran in uns entwickeln zu können.
Und nach der (gefühlt) 1000 ten positiven Erfahrung damit hatte ich irgendwann für mich beschlossen, diese Instanz, welche ich (intuitiv oder auch über eine Stimme) wahrnehme, nicht mehr anzuzweifeln, sondern mich in Gewissheit darauf zu verlassen.Neale Donald Walsch (Bücher: Gespräche/Freundschaft/Partnerschaft mit Gott) antwortete einmal sehr weise auf die Frage, was er sich eigentlich einbilde, zu meinen, er könne mit Gott reden, in dem Sinne, dass er sagte: „Es sei nicht die Frage, mit wem Gott rede, sondern wer IHM zuhört..“ 😉
Besser kann man es nicht ausdrücken, finde ich.Und wie gesagt, es geht ja immer um Entscheidungen, die wir treffen (müssen) in unserem Leben – so spüre ich gerade auch in meinem Konsumverhalten stets ab, welches Produkt ich von welchem Hersteller nehmen soll – „soll“ in dem Sinne, da ich nachhaltige, faire und nach Möglichkeit biologische Produkte bevorzuge – und diese Informationen jedoch nicht immer alle bei der Kaufentscheidung zur Verfügung habe.
So kann es z.B. sein, dass ich vor der Wahl stehe, nehme ich nun Bio-Tomaten aus Spanien oder regionale nicht Bio-Tomaten aus Bayern…?
Und neulich war es dann so, dass meine Hand nach den regionalen Tomaten gegriffen hat.Das, Maria, was du bezüglich des Koran erlebt hast, ist natürlich eine wundervolle Erfahrung!
Denn es schwingt ja da auch lebendig mit, wie sich dieser Mann (auch dir gegenüber) verhalten hat – und dies spricht in deinem Falle dann dafür, dieses Geschenk dann auch anzunehmen bzw. sich mit dieser Schrift zu beschäftigen.Der tief-religiöse Glaube an eine übergeordnete, intelligente und liebende Kraft, bestimmt natürlich unser ganzes Leben – er entwickelt sich aber nach und nach erst, wie bereits erwähnt, über viele Erlebnisse und wird dann irgendwann zu einer Art innerer, persönlicher Gewisshheit.
Übrigens kann uns dieser Geist stets heilen, wie damals bei/durch Jesus, wir brauchen IHN/ES nur einzuladen.
Wer sich dieser Kraft bewusst und mit reinem Herzen zuwendet, dem wird immer geholfen werden – das ist meine Erfahrung.
Manchmal sieht diese Hilfe möglicherweise nur anders aus, als wir sie erwarten…Mit lichten Grüßen
Stefan -
7. März 2026 um 10:20 Uhr #8674
Stefan
TeilnehmerLiebe Leser,
mittlerweile habe ich mir den Film „Samadhi Teil 4“ angesehen und komme zu dem Schluss, dass hierbei am konkretesten die Zusammenhänge erklärt werden.
Sicher, es ist ein langer Film (Englisch mit deutschem Untertitel), aber man kann ihn ja auch in Etappen ansehen.
Dies nur kurz als Anmerkung, da ich ja oben Teil 3 erwähnt hatte…LG soweit
Stefan -
15. März 2026 um 23:03 Uhr #8677
Maria
AdministratorLieber Stephan, liebe Leser,
mit den von dir genannten Filmen habe ich mich noch nicht weiter beschäftigt.
Ich hörte heute auf einer Autofahrt die 3. Symphonie von Gustav Mahler und fand die Beschreibung, die dazu gegeben wurde und die ich eben auf Wikipedia nachlas, sehr anregend. Ich stelle das hier herein, denn der Abschluss, der Höhepunkt dieser Symphonie ist die Liebe, „Was mir die Liebe erzählt.“
Ich finde es schon unbeschreiblich schön wie Musiker und Komponisten aus der Welt des Klanges ihre Ideen und Vorstellungen umsetzen und so ihre Schaffenskraft künstlerisch zum Ausdruck bringen. Mir wurde beim Hören auch bewusst, was für eine aktive Tätigkeit das Zuhören ist und wie ich als Hörende das Werk miterlebe und mitgestalte. Also wegen der Liebe, unserem Thema, stelle ich das herein.Hier der Wikipediaeintrag:
„Die 3. Sinfonie entstand über einen Zeitraum von etwa vier Jahren. 1892 begann Mahler das Werk zu konzipieren, und am 28. Juli 1896 beendete er die Arbeit an der umfangreichen Komposition. Die Hauptschaffensperiode waren die Sommer der Jahre 1895 und 1896, die Mahler in Steinbach am Attersee verbrachte. Wie schon zu den ersten beiden Sinfonien legte Mahler der Musik ein Programm als „Wegweiser“ für den Stimmungsinhalt zu Grunde. Ursprünglich sollten die Sätze diese programmatischen Namen tragen: „Pan erwacht. Der Sommer marschiert ein“, „Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen“, „Was mir die Tiere im Walde erzählen“, „Was mir der Mensch erzählt“, „Was mir die Engel erzählen“, „Was mir die Liebe erzählt“.Und hier das Stück
Mit herzlichem Gruß, Maria
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