Schluss mit eigenbezogener Spiritualität!

Forum für Spiritualität im Dialog

#9839
Maria
Administrator

    Lieber Stefan,
    wenn ich hier von einem seelischen Liebesdienst schreibe, dann beziehe ich das auf die Handlungsweise des Christus. Er erkennt, dass hier ein Missbrauch und eine Entweihung des Tempels geschieht, er hat einen Zorn umd darin kann meines Erachtens schon ein Lernschritt für die Leute, die den Tempel entweihen, entstehen. Nicht gemeint habe ich mit dem Beispiel, dass wir alle, die wir wohl die meisten noch nicht ein Bewusstsein wie das des Christus entwickelt haben, immer wenn es uns beliebt, andere zurechtweisen und das damit rechtfertigen, das würde der Seele des Nächsten hilfreich sein. Das fände ich auch kritisch. Manchmal habe ich den Eindruck, es wird zu schnell ein göttliches Bewusstsein- und ich gehe davon aus, dass dies in Christus lebt – mit einem menschlichen gleichgesetzt. Mit anderen Worten, ich kann mich nicht mit dem Christus vergleichen, aber erforschen, meditativ erfassen, was die Nachfolge Christi ist, im Bewusstsein wachsen und mehr und mehr ein gebender Mensch werden, das kann ich schon. Ich sehe Vieles als nicht gegeben, sondern als in der Entwicklung begriffen und sehr aktiv vorwärtsschreitend, auch in denkender Weise.
    Das mit der Feindesliebe ist nochmal ein anderes Thema. Ziemlich sicher bin ich mir, dass damit nicht gemeint ist, den Feind zu umarmen. Ghandi hat das sehr schön vorgelebt, er hat die Engländer nicht gehasst, aber eine sehr große Fantasie entwickelt, wie er sein Land von der Vorherrschaft der Briten befreit. Es gibt einen sehr guten Ghandi Film, da kommt eine Szene vor wie folgt: Ghandi trifft ein letztes Mal den englischen Gouverneur, bevor dieser das Land verlässt. Er sagt zu ihm „Ich habe Ihnen viele Probleme bereitet, aber wir müssen deshalb keine Feinde sein“. Das ist eine großartige Szene.

    Mit herzlichem Gruß, Maria