#8670
Stefan
Teilnehmer

    Liebe Maria, liebe Leser,

    das Wissen, um das es mir hier geht, betrifft die wesentlichen Fragen des Lebens.
    Nach meiner langjährigen geistigen Schulung, würde ich sagen, es geht um die Erweiterung unserer Liebesfähigkeit.
    Es ist jedoch kein Wissen, sondern nur eine Vermutung.
    Das ist ja genau das Verflixte – ich meinte, ich hätte bereits viel gelernt – und dann schaute ich mal genauer hin und merkte, dass alles Vermutungen/Glaube war/ist und nicht Wissen.
    Das Einzige, was ich sicher sagen kann, ist, dass es für mich eine Art innere Gewissheit gibt, die mir über verschiedene Kanäle (Gedanken, Bauchgefühl, Intuition) mitgeteilt wird, wenn ich eine Entscheidung treffen soll/muss.
    Und unser ganzes Leben besteht daraus, Entscheidungen zu treffen.
    Das ist ja schon eine ganze Menge, denn dadurch schipper ich vertrauensvoll geleitet durchs Leben.
    Und bisher ist diese Art von Leben immer gut aufgegangen.

    Mehr und mehr muss ich Schmunzeln, wie überzeugt viele Mitmenschen sind, dass genau ihre Glaubensrichtung die einzig wahre sei.
    Ob das Katholiken, Protestanten, Steiner-Anhänger, Zeugen Jehovas, Kurs in Wundern-Praktizierende, Buddhisten, Krishnamurti-Anhänger oder wer auch immer sein mag – ein jeder möchte mich davon überzeugen, doch bei ihnen beizutreten, weil sie die Wahrheit kennen…;-)
    Gut, wie ihr wisst, habe ich einige Jahre verschiedene Bibeln studiert und bin dadurch schon auch sehr geprägt worden, jedoch würde ich da dennoch eher von Glauben sprechen und nicht von Wissen.
    Das Sympathische daran ist für mich, dass darin eigens erwähnt wird, dass man nichts blind glauben, sondern alles nachprüfen soll.
    Dies habe ich jahrelang so gehandhabt, also geprüft, für mich überprüft – und dadurch habe ich auch oft erst den Sinn der Aussagen oder Ratschläge/Gebote durchdrungen.

    Bzgl. All-Liebe bzw. All-Einheit – diese Begriffe würde ich Gott zuordnen – darin sind wir eingebettet, wenn ich von einem alles liebenden und versorgenden Gott/Schöpfer ausgehen mag.
    D.h. es ist unser natürlicher Zustand und muss nicht erreicht werden – wenn dann geht es meiner Ansicht darum, sich dies wieder bewusst zu machen.

    Liebe Maria, vielleicht nimmst du dir die Zeit, um den Film wirklich vollständig anzusehen – es geht, wie bereits erwähnt, genau um unsere Themen.
    Und das Schöne daran ist, dass es überkonfessionell ist – es geht einfach darum aufzuwachen.
    Wach zu werden, will heißen, zu erkennen, dass wir bisher die Welt und unser Leben wie in einem Traum gesehen/gelebt haben, und dass es eine andere Art gibt, die uns vollständig erfüllt und uns in den ersehnten Frieden führen kann.
    Muss sich ein Schüler dumm fühlen, wenn der Lehrer/ein anderer mehr weiß als er selber?
    Wenn ich davon ausgehe, alles schon zu wissen, bleibe ich auf meinem Stand, bin ich aber offen für Neues, kann ich erst dazu lernen.

    Um nochmals auf jegliche Art von Glaubensrichtung zurück zu kommen – wer missioniert von denen denn nicht?
    Nach meinen Erfahrungen missioniert da fast jeder.
    Da schaue ich jedoch drüber hinweg und konzentriere mich auf die Botschaft, welche vermittelt werden will.
    Mich hat z.B. der Satz, “Vergeude nicht dein Leben!” sehr aufgerüttelt.
    Und mich mit der Frage zurück gelassen, wie ich denn leben möchte, damit mein Leben aus meiner Sicht nicht vergeudet wäre…?
    Dies finde ich z.B. persönlich sehr hilfreich und entwicklungsfördernd.
    Erwachen heißt in diesem Sinne, zu erkennen, dass all unsere Ansichten über uns, unsere Mitmenschen, der Welt etc. nicht stimmen müssen, nur unsere Brille ist, durch die wir schauen, und dass es eine Art zu leben gibt, die einzig wahr nimmt, ohne Brille.
    Und dies verändert unser Leben vollständig – dazu müssen wir jedoch unser sämtliches “scheinbares Wissen” fallen lassen, d.h. begraben, weil wir sonst niemals die Wirklichkeit erfahren werden, nur immer unsere Sicht durch die eingefärbete Brille.
    Das kann ein jeder für sich selbst testen, das ist das Schöne daran – und dann kommen wir vom Glauben zu unserer persönlichen Gewissheit…

    Lichte Grüße
    Stefan