Lieber Stefan, liebe Leser,
um ein paar Beispiele von dir aufzugreifen: Wenn jemand Bäume unterscheiden kann und sagen, das ist eine Eiche, das eine Buche, das eine Birke, sehe ich darin schon einen gewissen Wert. Will man das Wesen und die Originalität eines Baumes tiefer verstehen, braucht es hierzu eine Vertiefung in dem Sinne, wie ich sie im letzten Beitrag beschrieben habe. Es geht mir um eine Annäherung und ein profunderes Verstehen und Sehen der Sache oder der Naturerscheinung. Meine Erfahrung ist, wenn ich mich ausführlicher mit einer Pflanze beschäftige, dann kommt sie mir näher und ich würde es schon so bezeichnen, es entsteht eine Liebe zu dieser Naturerscheinung.
Die Haltung, mit der ich so eine Naturbetrachtung ausführe, ist weniger eine demutsvolle, wie du andeutest, sondern eine interessiert forschende und fragende. Eine Wertschätzung ist damit immer verbunden.
Generell finde ich Wissen nichts Negatives. Schwieriger finde ich es, wenn man als Mensch nicht lernen und wissen will, denn wo bleibt da die Entwicklung und ein Vorwärtsschreiten? Mir gefallen wissende Menschen und es ist meines Erachtens eine Sache des Charakters, ob ich mit Wissen Macht ausüben will oder nicht. Ich sehe wie du auch einen Unterschied zwischen Wissen und Weisheit. Und was du zu Philosphie schreibst, ist mir sehr nah. Weisheit, wie ich das Wort verstehe, ist umfassender als der Begriff des Wissens. Du regst mich hier direkt zu einer Begriffserfoschung der beiden Worte an.
Was mich für dich freut, dass du zwei Menschen getroffen hast, mit denen der Austausch solcher Fragen und das Kennenlernen verschiedener Standpunkte und Kenntnisgebiete möglich und erwünscht ist. Darin, im direkten Austausch und der Bewegung von Themen sehe ich persönlich eine hoffnungsvolle Zukunft.
Soweit für heute, mit herzlichem Gruß, Maria
