#8641
Maria
Administrator

    Lieber Stefan, liebe Leser,

    ich will deinen Ansatz aufgreifen, ob wir Menschen etwas ganz sicher wissen können. Was du zum Wasser beschreibst, ist verständlich, diese stete Veränderung, je nachdem, welche Phänomene im Umfeld vorliegen. Ich weiß es z.B. auch von der Milch, wenn man frische Milch vom Bauern holt und im Haus eine Atmosphäre des Streits herrscht, dann wird die Milch schneller schlecht. Dass alles dann nur Sicherheit ist, wenn es naturwissenschaftlich messbar ist, dieser Ansicht stimme ich persönlich nicht zu.

    Also bstimmte Dinge sind sicher, mathematische Gesetze, die haben Menschen erforscht, erkannt und damit auch eine Logik in die Welt gebracht. Ich darf also immer mit Sicherheit davon ausgehen, dass 5+6 als Ergebnis die 11 hat. Ich sehe auch manche Menschen als tief Wissende, also als Menschen, die Einblicke in die seelische und geistige Welt haben und zum Beispiel in klaren Worten darlegen können, was mit der Seele des Menschen nach dem Tode geschieht. Auch Goethe ist für mich ein tief Wissender, der viele Gesetzmäßigkeiten in der Natur und im Menschenleben erschaut und niedergeschrieben hat.

    Vielleicht magst du noch einmal genauer darlegen, was du mit diesem Nichtwissen meinst? Meinst du, du und ich und unsere Mitmenschen wir können über ein bestimmtes Phänomen niemals ein sicheres Wissen erringen? Dass das nur bestimmten Persönlichkeiten voenthalten ist oder eben dem, was du als Gott bezeichnest? Ich kenne in meinem Umfeld mehrere Personen, die sich in ein Fachgebiet, zum Beispiel biologische Landwirtschaft so tief eingearbeitet haben, über Jahrzehnte darin gearbeitet haben, ihre Beobachtungen machten und machen und wirkliche Erkenntnisse beispielsweise zur Humusbildung, zum Zusammenwirken von Pflanzen und Boden, etc. haben und das auch in Worte fassen können. Welche absolute Gewissheit meinst du? Ich kann schon verstehen, dass du vielleicht eine Abwehr hast gegen Leute, die einfach behaupten, das ist wahr und das ist falsch. Das geschieht leider auch viel zu oft in unserer Gesellschaft. Ich gehe davon aus, wenn ein Mensch eine Erkenntnis oder eine Wahrheit, auch auf wissenschaftlichem Gebiet, wirklich eigenständig erarbeitet hat, dann wird sie zu seiner Person, er strahlt sie aus, auch ohne Worte, sie lebt in ihm und wird durch ihn wirksam.

    Zu diesem Gedanken von dir aus deinem vorhergehenden Beitrag
    „Da Leben immer in Interaktion miteinander geht, sehen wir also immer nur das, wie Leben aussieht, wenn wir es beobachten. Beobachtet es jedoch ein anderer, zeigt es sich anders.“
    Ich würde es so sagen und habe das auch schon beobachtet: Wenn drei Personen einige Minuten lang eine Pflanze betrachten und sich alle die gleiche Frage zur Pflanze stellen, also ein Kriterium auswählen, kommen über einige Zeit der Übung alle zu einem gleichen Ergebnis. Also ich meine, ich brauche ein Kriterium in meiner Forschung, sonst schaue ich nur gedankenlos oder wünschend oder emotional auf eine Sache oder einen Menschen.

    herzliche Grüße, Maria

    • Diese Antwort wurde vor 1 Monat, 4 Wochen von Maria geändert.