#8634
Jens
Teilnehmer

    Liebe Maria, lieber Stefan,
    ein bisschen stellt sich für mich hier die Frage nach dem Verhältnis von Denken und Fühlen. Ich habe mir das sehr interessante Buch von Andreas Weber “Alles fühlt” angeschafft, das Stefan erwähnt hatte. Der Autor spricht vom “Fühlen”, aber aus meiner Sicht nicht von “gröberen” Emotionen, und aus meiner Sicht hätte man vor 200 Jahren viele seiner Beschreibungen als “Empfindung” oder “empfindsames Wahrnehmen” bezeichnet. Diese Empfindungen entstehen aber nicht aus dem luftleeren Raum, sondern aus seiner intensiven Auseinandersetzung mit Philosophie, Literatur und der Natur selbst, aus der Hinwendung zu den Objekten. Ich glaube, Marias Ausführungen gehen in diese Richtung: Der Mensch setzt sich intensiv auseinander und nähert sich den Dingen an, zunehmend objektiv, ohne den Anspruch eine absoluten Wahrheit, aber doch sehr konkret. Daraus entsteht denke ich eine Liebe zur Sache, also nicht ein allgemeines Liebesgefühl (zb eine Liebe zu allen Wesen), sondern eben ein konkretes. Es entsteht aber nicht aus dem Gefühl allein, sondern auch aus der tieferen philosophischen, denkenden Auseinandersetzung.
    Liebe Grüße, Jens