Liebe Maria, liebe Leser
soweit ich diesen “Hauptsatz” des Kurses erfasse, ist mit dem “Unwirklichen” unsere Vorstellungswelt gemeint und nicht etwa ein Tisch, also eher, was wir möglicherweise in den Tisch hinein interpretieren.
Es geht darin immerzu um unsere Geisteshaltung, denn diese ist eine Art “Illusionswelt”, welche oft genug gar nicht reell existiert, es sind nur unsere Vorstellungen von etwas.
Nehmen wir ein Beispiel – wenn jemand in die Psychiatrie als verwirrt eingeliefert wird, wird ihm/ihr alles in diesem Sinne ausgelegt werden.
Diese Person kann sagen und tun, was sie will, die Ärzte werden es ihr immer in dem Sinne auslegen, dass sie sich in ihrer Vorstellung der geistigen Verwirrtheit bestätigt fühlen.
Genauso stellen wir uns im Alltag Dinge vor, wie wir meinen, dass sie sind, und nehmen sie dann auch für uns so wahr – ein anderer denkt sich etwas anderes und nimmt völlig etwas anderes in der Situation wahr.
Das ist diese Illusionswelt, von der immer die Rede ist, meine ich – und damit kann ich auch konform gehen, denn es existiert ja nur als Gedanke in einem Gehirn, jedoch nicht “wirklich”.
Eine “objektive Wahrheit” ist für einen Menschen im Grunde unmöglich zu erfassen, da wir überhaupt nicht alle Informationen in einer Situation zur Verfügung haben können – außer wir sind in der Schwingung der Liebe, dann ist es für uns möglich.
Und das “Wirkliche”, das nicht bedroht werden kann, ist eben dieses Liebes-Licht, das, was wir im Eigentlichen sind, Geist vom All-Geist, Licht vom Lichte oder ein Tropfen im Meer…
Wenn wir dies einmal für uns erkannt haben, dann wird sich ein tiefgehender Friede in uns ausbreiten – denn wovor noch Angst haben?
Und da sind wir wieder bei dem Worte Jesu, der da so schön spricht:
“In der Welt habt ihr Angst, ich aber habe die Welt überwunden!”
Er hatte die Angst überwunden, weil er um sein wahres, unvergängliches Wesen wußte – darum konnte er sich auch ans Kreuz nageln lassen und hatte noch Erbarmen mit seinen Peinigern.
Angenehm war es für ihn bestimmt trotzdem nicht, denn die körperlichen Schmerzen mußte er ja dennoch erleiden.
Viel tiefer aber schmerzte ihn wohl der Stolz und die Uneinsichtigkeit derer, die dafür Verantwortlich waren, kann ich mir vorstellen.
Deine Beschreibung über den Tisch als etwas, das durch die Schöpferkraft eines Menschen entstehen kann, finde ich sehr schön dargestellt.
Ja, und in diesem Sinne gibt es für mich auch nichts “Gewöhnliches” im Leben, denn alles, was wir täglich nutzen, ist irgendwann einmal durch irgend eine geistige Schöpfung eines Menschen entstanden – oft auch von der Natur abgeleitet, also aus der Schöpfung des LEBENS selbst.
Z.B. habe ich mir seit einiger Zeit angewöhnt, bevor ich esse daran zu denken, dass hierbei viele Menschen daran beteiligt waren, dass ich nun all diese feinen Speisen zu mir nehmen kann und darf – keine Selbstverständlichkeit, wie ich meine.
Es schult in mir die Wahrnehmung, dass all das, was wir täglich nutzen, uns nur deswegen zur Verfügung steht, weil viele Menschen ihre Arbeit daran geleistet haben.
Und somit fällt es auch mir selber leichter, immer wieder mit Freude meinen Dienst an der Menschheit zu leisten…
Herzliche Grüße
Stefan
