#7910
Stefan
Teilnehmer

    Lieber Adrian, liebe Leser

    persönliche oder allgemeine Menschheitsideale sind sicherlich förderlich, sofern sie wirklich aufbauend wirken, jedoch sehe ich da eben auch immer eine Gefahr darinnen, es unbedingt zu wollen, d.h. dass wir dabei leicht ins Extreme abrutschen können.
    Wenn ich unbedingt ein persönliches Ziel oder auch den Weltfrieden fördern möchte, dann trägt das für mich etwas Anstrengendes, ja schon Kämpferisches in sich.
    Dies hatte ich mal in gewissen Foren von Veganern erlebt – da waren manche richtig militant anderen gegenüber, nur weil die es wagten, ab und an ein kleines Stück Ziegenkäse zu essen…haarsträubend wirklich.
    Am besten wäre es bzgl. Weltfrieden natürlich, bei sich selber anzusetzen, denn jeder hat einen freien Willen, der zu respektieren ist…und möchte ich dabei andere überzeugen, ist das nach meinem Empfinden bereits eine sanfte Art von Gewalt – selbst wenn es gut gemeint sein mag.
    Aber auch wenn ich mich damit selber drangsaliere, wird das nicht förderlich sein, denn dann ist das ja kontraproduktiv – eine gewisse Gelassenheit gehört da für mich dazu, denn ich werde nicht immer meine Ziele erreichen können.

    Ja, eine Ent-Täuschung tritt immer dann ein, wenn wir uns ge-täuscht haben…;-)
    Meine Erfahrung ist einfach, dass wir wollen, denken und fühlen…und dass das LEBEN seinen eigenen Gesetzen nachfolgt, die wir nicht immer durchschauen mögen (“Der Mensch denkt und Gott lenkt“).
    Und selbst wenn wir sie erahnen, dann wird es trotzdem immer wieder Überraschungen geben – zum Glück!
    Mittlerweile finde ich es hochbeglückend, dass es so ist, denn es gibt dem Leben eine gewisse Frische und Würze 😉
    Und wenn ich meine Ziele eben “nur” als eine Möglichkeit betrachte, eine von mehreren, dann kann ich besser und lockerer damir umgehen, selbst wenn es um Ideale geht.

    Diese Handhabung fußt natürlich auf einen geistigen Hintergrund, der widerum auf viele Jahre an Erfahrungswerten zurück greift – der Gewissheit, dass nichts sein muss…und alles sein darf.
    Es hat etwas mit Demut vor dem Wunder des Lebens zu tun – und natürlich auch sehr mit Vertrauen ins LEBEN – dem Vertrauen, dass wir immer recht geführt werden – egal wie die äußeren Verhältnisse sein werden.
    Auch spielt da der Glaube eine Rolle – bei mir derjenige, dass mir bewusst ist, dass ich ein Lichtwesen bin und nicht “nur” der Körper, so grandios er auch aufgebaut sein mag und soviel Freude er mir schenkt, wird er doch irgendwann zerfallen – übrig bleibt reine Licht-Schwingung – und das sind wir.
    Vor was also Angst haben?
    Es geht in meinen Augen immer nur um eine Entwicklung unserer Liebesfähigkeit – und wie da die Wege aussehen, können wir gar nicht wissen, das arrangiert das LEBEN für uns.
    Wenn ich dies also als oberstes Ziel meines Lebens setze, dann relativieren sich alle anderen Ziele…

    Liebe Grüße
    Stefan