Die Nachdenkseiten machen aufmerksam auf einen Film, „A Single Day“ (Trailer). Darin wird beschrieben, wie es kam, dass junge Amerikaner gegen Vietnam in den Krieg zogen und wie einige wenige den Mut hatten, sich dem Massaker von My Lai zu widersetzen. 1968 schossen damals amerikanische Soldaten von Hubschraubern aus auf am Boden liegende verletzte wehrlose Vietnamesen.
Einer, der nicht mitmachte, hieß Larry Colburn. Sein Mut, sein Ethos und sein Widerstand rettete mehreren vietnamesischen Zivilisten das Leben. Er selbst jedoch hatte mit heftigsten Anfeindungen zu kämpfen, als er den Vorfall öffentlich machte. Die Geschichte erinnert uns an Julian Assange, der ebenfalls ein Martyrium zu durchleben hatte, da er als Journalist Belege für amerikanische Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan ans Tageslicht brachte.
Der Regisseur Christoph Felder war mir bisher unbekannt. Die Themen seiner bisherigen Filme wirken auf mich allesamt ungemein anziehend. Sei es das Thema des Alleinseins, seien es Dokumentationen berühmter Persönlichkeiten, das Thema der Migranten, der Linkshändigkeit, ein Film über das Filmemachen, Filme über die Kunst, hier wirkt und schafft eine Person künstlerisch und engagiert und teilt sich und seine anregenden Inhalte filmisch der Öffentlichkeit mit.
Das öffentliche Fernsehen ist zurzeit anscheinend nicht bereit, den neuen und aktuellen Antikriegsfilm „A Single Day“ auszustrahlen. Das erscheint mir als Qualitätsmerkmal. An einigen Kinos wird er gezeigt und ich kann mir vorstellen, dass das Interesse an diesem Film angesichts der Weltlage, der geplanten Wiedereinführung der Wehrpflicht, der propagierten Kriegstüchtigkeit in Deutschland nur weiter wachsen wird.


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