Lieber Stefan,
deine Schrift “Über die Liebe” kannst du gern hier veröffentlichen. Mich und mögliche andere Leser interessiert das schon, wenn du dich auf so intensive Weise mit einem Thema befasst. Genau das ist ja auch der Sinn des Forums, dass wir Gedanken von anderen kennenlernen und über sie nachdenken.
Zu deiner Ausführung im letzten Beitrag noch eine Anmerkung: Du schreibst in dem Sinne, dass wir die Scheinwelt der Nicht-Liebe durch Gedanken erschaffen. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Könnte es nicht auch sein, dass wir diese gesamten Ausdrucksweisen der Nicht-Liebe eben deshalb zulassen, weil sie aus unserem Organischen und Triebhaften, Gemütswallungen, Begehren etc. – was ja auch zum Leben gehört – aufsteigen und wir diesen Impulsen keine Richtung geben? Sogar denkend, überblickend, objektiv betrachtend? Dass wir diese anders führen könnten, wenn wir es in solch einem Moment schaffen, z.B. in einer starken Emotion oder aufwallenden Aggression, einen Schritt zurückzutreten und uns, geleitet aus einem Gedanken, nicht verleiten lassen, den Zorn oder was immer auch, auszuleben. Das ist meine Überlegung. U.a. führt mich auch das Lesen in Werken von Dostojewski zu so einer Überlegung, denn er beschreibt in faszinierendem Maße alle Regungen des Menschseins, man könnte sagen, “astrale Wogen”, alle Begehrlichkeiten, allen Zorn und alle Leidenschaft und dann wieder das Ringen um ein aufrichtiges und wahres, edleres Leben. Ich finde, er hat darin eine Meisterschaft entwickelt. Soweit erstmal, mit herzlichem Gruß, Maria
