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Maria
Administrator

    Lieber Stefan, liebe Leser,

    weil wir gerade bei der Betrachtung einer Stelle aus den Evangelien waren, möchte ich hier zum Friedensthema die Stelle aus der Bergpredigt, Matthäus 5,9 anführen. Es geht um eine der Seligpreisungen aus der Bergpredigt.
    “Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.”
    Dieser Stelle voran geht “Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.” Und der Stelle der Friedensstifter folgt nach:”Glückselig, die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich des Himmels.”

    Damit niemand sich daran stört, in anderen Übersetzungen heißt es “Söhne und Töchter Gottes” oder auch “Kinder Gottes”. Aber interessant finde ich persönlich das Wort des Friedensstifters. Wir gingen hier im Forum schon mal darauf ein und nannten ein paar Beispiele. Jedenfalls klingt das Wort des Stiftens nach Aktivität. Es unterscheidet sich von dem Wort des “Friedfertigen”. In einem Artikel im Forum veröffentlichte ich einen Brief von Albert Einstein, der meines Erachtens darin diese hohe Aktivität des Frieden stiftens ausdrückt, etwas worum er mit allen Mitteln ringt, so dass er sogar sagt, er sei ein “militanter Pazifist.” https://spiritualitaet-im-dialog.org/unsere-waffen-seien-waffen-des-geistes-nicht-panzer-und-geschosse/

    Ich denke, die Beschäftigung mit der Bergpredigt ist auch eine Möglichkeit, sich dem, was Frieden bedeutet und wie ich als Mensch Frieden schaffen kann, anzunähern. Das Wort “glückselig” ist meines Erachtens auch sehr tief zu verstehen und hat nicht so sehr mit schönen Gefühlen zu tun. Die Worte des Christus sprechen von einer geistigen Welt, die der Mensch erfahren kann. Es ist in meinen Augen eine Erinnerung an die geistige Essenz des Menschen. Diese zu verwirklichen, so beschreibt es nach meinem Verständnis die Bergpredigt, erfordert die Entfaltung von Werten und Aktivitäten und geht auch mit schwierigen Prozessen einher – wie z. B. in der Stelle “Glückselig, die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich des Himmels.” Also den Friedensstifter sehe ich als eine hochaktive Persönlichkeit, das kann sein in äußeren Taten, in diplomatischen Gesprächen, aber auch in stillen, mutigen Entscheidungen und Verhaltensweisen.
    Was ich hier anregen möchte, ist die Beschäftigung mit Menschen, Schriften und spirituellen Lehrern, die in ihrem Werk immer auch Wege des Friedens aufzeigen. Sehr empfehlen kann ich beispielsweise das Buch von Gandhi “Eine Autobiographie – oder Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit”.

    Mit herzlichem Gruß, Maria