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Maria aktualisiert.
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29. November 2024 um 19:15 Uhr #6797
Maria
AdministratorWie können Kochen und Frieden miteinander in Verbindung stehen?
Wer gern kocht und isst dehnt im Laufe seines Lebens sein Interesse oft auch auf die Ernährungskulturen anderer Länder aus. Ein Hineingehen – und forschen in die Küchen der Welt kann so viel bedeuten, wie sich mit Interesse und Entdeckerfreude in eine unbekannte Region zu begeben. Es ist vielleicht ähnlich wie das Erlernen einer Fremdsprache, bei dem ich ebenfalls die Besonderheiten, die Art des Denkens und Fühlens einer anderen Kultur erlebe. Essen fördert zudem den Gemeinschaftssinn. Und jedes Land verfügt mit seiner Kochkunst über einen einzigartigen Schatz. Mit diesem Thema ist die Möglichkeit geboten, diesen Reichtum über Rezepte, Zubereitungsweisen, Nahrungsmittel und die kulturelle Bedeutung des Essens darzustellen und mit anderen auszutauschen. -
6. Dezember 2024 um 19:28 Uhr #6815
Maria
AdministratorAls Teller ein Bananenblatt

Ein paar kurze Eindrücke aus der südindischen Küche. Natürlich wird nicht überall auf einem Bananenblatt gegessen, es gibt auch andere Behältnisse und Unterlagen. Das Essen vom Bananenblatt hat mir aber sehr gefallen. Das Blatt wird nach dem Essen gefaltet und kommt zum Gartenabfall, Kompost oder wird von Kühen gefressen. Eine ausgezeichnete ökologische Handhabe. Die großen Bananenblätter sind in Südindien fast überall verfügbar.
Indienreisende erlernen auch notgedrungen das Essen mit der rechten Hand. Das sind natürliche Gepflogenheiten, die wir in Deutschland nicht kennen, sie haben ihren Reiz, ganz besonders für Linkshänder :). Wer einmal die Gelegenheit hat, in Indien in einer indischen Küche zuzusehen oder mitzuwirken, erlebt, welche Sorgfalt in das Schneiden und Zerkleinern der vielfältigsten Gewürze und Gemüse gelegt wird. Die südindische Küche, die für Europäer ungewohnt scharf ist, hat eine sehr alte Tradition, hervorragende Vielfalt und Kombinationskunst, Heilwissen über die Nahrungsmittel und Gewürze, sie ist anregend, fantasievoll, ästhetisch. Warum Inder das Scharfe so gut vertragen und wertschätzen, dem bin ich noch nicht auf die Spur gekommen. Hat es mit dem ganz anderen Klima zu tun, ist es einfach Gewohnheit von Kindheit an? Jedenfalls erzählte mir eine Mutter und Leiterin einer kleinen Herberge, sie sei einmal in Österreich eingeladen gewesen. Die Leute waren nett, es war ein sehr schöner Aufenthalt für sie, nur unter einer Sache litt sie, die ein Inder schwer verkraftet: Drei Wochen kein Chili im Essen.
Da Reis die Ernährungsgrundlage in Indien ist, so wie in der deutschen Kultur Brot, Weizen, Roggen, Hafer – zumindest waren dies Grundlagen der Ernährungskultur in Deutschland und ich würde es begrüßen, wenn sie in biologischer Qualität und guter Zubereitung wieder Säulen der Ernährung werden könnten – ist auch der Vergleich anregend, welche Wirkung es auf eine Bevölkerung hat, die hauptsächlich Reis isst. Eine andere dagegen, die ihre Grundlage in Kartoffeln oder Getreidearten, wie oben genannt, auch Hirse und Buchweizen etc. sieht. Eine Anregung ist das Kennenlernen des Essens in anderen Ländern immer, unser Geschmackssinn wird geschult, wir erleben Abwechslung, Interesse wird geweckt und neue Möglichkeiten der Ernährung tun sich auf.
Vielleicht hat jemand von euch Erfahrung mit der ayurvedischen Küche, in die ich mich bisher noch wenig vertieft habe. Freue mich über jeden Beitrag.
Maria
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6. Dezember 2024 um 20:11 Uhr #6816
Jens
TeilnehmerDieses Bild erinnert mich an die schönen Restaurants auf Bali, wo der frisch zubereitete Fisch sehr schön angerichtet wurde, auf einem Bananenblatt, mit einigen Früchten, ich glaube Ananas, und irgendwelchen Gräsern, eventuell Zitronengras. Das passte auch irgendwie harmonisch zur umgebenden Natur und den dortigen typischen offenen Hütten. Nicht nur das Essen für sich war ästhetisch zubereitet, wie auf dem Foto, es wirkte auch harmonisch in Bezug zur Umgebung. Es ist vielleicht ein bisschen auch eine romantische Urlaubserinnerung, aber jedenfalls mehr ein Gesamteindruck von einer anderen Ernährungs- oder Esskultur. Der Gesamteindruck war leicht und ästhetisch.
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21. August 2026 um 19:36 Uhr #9851
Maria
AdministratorLiebe Leser,
das Essensthema möchte ich nochmal aufgreifen. Es nimmt in unserer Kultur ja schon einen großen Raum ein, wenn man einfach mal sieht, wie viele Zeitschriften, Bücher und auch Filme es zu diesem Thema gibt. Wie Menschen sich beim Essen oder in der Freude am Kochen begegnen. Und oben erwähnt Jens Harmonie und Ästhetik der Zubereitung. Die Ästhetik spielt beim Kochen und Essen sogar eine sehr große Rolle. Die Nahrungsmittel an sich tragen schon eine Ästhetik an sich, ein Apfel, ein Haferkorn, ein Kürbis…. Und nun kommt die Kunst des Koches hinzu, diese so zuzubereiten, dass auch das Auge des Essenden sie gern ansieht, das Essen ihm sozusagen auf dem Teller entgegenkommt. Aus geisteswissenschaftlicher Sicht ist Ästhetik ein Ausdruck eines entwickelten Herzzentrums. Vielleicht kann man es so sehen, ein Mensch, der hierfür einen Sinn hat, ordnet und platziert die Dinge in einer Harmonie, in einer Weise, die anregend und erfreuend ist. Beim Essen kann man sich ja auch einen Teller vorstellen, das Weiß des Reises, das Orange des Kürbisses und das Grün des Salates. Vielleicht noch ein paar geröstete Kürbiskerne, die den Salat schmücken und dem Gaumen ein Erleben von etwas Knackigem geben. Mein Eindruck ist, dass ein ästhetisches gut zubereitetes Gericht mich schneller satt macht, mich als Esser erfreut und selbst auf angenehme Weise ordnet. Hat von euch noch jemand, sei es beim eigenen Kochen oder beim Essen in einem Restaurant oder in ein einem anderen Land hierzu Erfahrungen? Da alle Menschen essen, ist es für mich ähnlich wie der Atem, wir müssen atmen, wir müssen essen, das ist uns Menschen eigen, da sind wir verbunden.herzlicher Gruß, Maria
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